Samstag, 30. August

Veröffentlichung von kg vom 25.06.2006 in der Rubrik Leben.

 

angewidert vorm spiegel gehockt

wasser wäscht nur mühsam
den schmutz von der seele
scham und seifenschaum
vom klaren wasser weit weg gespühlt

wieder zwei schritte zurückgegangen

angewidert vorm spiegel gehockt
wieder eine erfahrung reicher
ein stück selbstachtung weniger

erkannt das fehler unvermeidbar
und schmerzliche erkenntnisse
unumgäglich sind

 
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Wasser   Spiegel  Gehockt Angewidert Gespuehlt Schmutz
 

Kommentare zum Text "Angewidert vorm spiegel gehockt":

rb
schreibt am
25.06.2006 (20:43 Uhr)
meynugn

du kux im falshn spigl alte


 
سئ
schreibt am
25.06.2006 (21:51 Uhr)

rb, es gibt einige, wenige, kommentare, die könnten den eindruck erwecken, daß dein bild auf die dinge nicht ganz schlecht ist, und da hinter deinem schreibstil durchaus etwas schlummert, was man als empfindsame und reflektierte wahrnehmung betrachten könnte. dann aber kommt wieder so etwas.. nimms mir nich übel, aber sowas is scheiße. ja, das ist meine meinung..


 
XY
schreibt am
25.06.2006 (22:19 Uhr)

Selbstachtung zu verlieren bedeutet auch einzusehen, dass die Option einer Erkenntnis über die jeweiligen Fehler in einem FRÜHEREN Stadium ihrer Metamorphose zu später unabänderlichen Tatsachen nicht wahrgenommen wurde. Eine schmerzahfte Erfahrung wohl in der Tat...aber aus dergleichen lernt das Hirn und darum entstehen solche Zeilen. Diese hier aber umschreiben schon eher den Bereich einer Oberfläche, die doch bloß ein vager Spiegel bleibt gegenüber dem, was wir die Tiefe unserer Seelen nennen.


 
dp
schreibt am
26.06.2006 (10:12 Uhr)

tja ein stück wahrheit dem man aber durchaus auch positive seiten abgewinnen kann.
nicht nur in im schönen stilistischen sinne, sondern auch in dem gedanken, das jedes blatt zwei seiten hat und erfahrungen in zwanzig jahren vielleicht lächelnd als erinnerung und gut abgetan werden.

tja, rb, keine ahnung ob lachen oder weinen, wobei ich mir im ersten moment doch die mundwinkel gen himmel gezogen wurden.
ha ha. es gibt ja zum glück noch mehr leute die hier mit hoch qualifizierten und interessanten kommentaren ihre meinung kundtun.

schön das ihr alle da seit!!!


 
hannah
schreibt am
26.06.2006 (12:34 Uhr)

der stil ist und bleibt deiner, ich lese und fühle ganz viel zerbrechlichkeit, zartheit und bin beeindruckt über die möglichkeit jene in worte und in den zeilen dazwischen einzubetten! Ich mag diesen text, nicht weil er wahrheit, oder unumstössliche weisheiten ausspricht, wie viele in diesem forum immer nocxh glauben, das gedichte und texte dies tun müssten, sondern weil da das du, dein sein durchscheint! und ich lese es gerne erneut, weil ich es lyrisch mag, "scham und seifenschaum vom klaren wasser weit weg gespühlt", das ist wunderbar..ein bild und viele andere assoziationen folgen, auch das aber als allererstes DU!


 
KG
schreibt am
21.07.2006 (16:26 Uhr)

vielen dank für sehr ehrliche worte, an xy : sei mir nicht böse aber ich konnte aus deinen zeilen keinerlei zusammenhang erkennen, eventuell hast du den text auch irgentwie falsch interpretiert, vielleicht magst du mir ja nochmal erklären was du eigentlich gemeint hast.das da oben, daraus werd ich einfach nicht schlau, klingt ein wenig danach als wärst du am ziel weit vorbeigelaufen, würde gern deine worte lesen.
naja möglicherweise kannst du dir nochmal die zeit nehmen und mir nochmal mit deinen wrten sagen was du wirklich von diesem text hältst oder welches gefühl dir in den kopf kam...gruß KG


 
XY
schreibt am
20.09.2006 (00:52 Uhr)
späte Antwort zu später Stunde

Sorry, wenn ich mich zu angeschwollen ausgedrückt habe-;)
Nun, ich wollte bloß meine Ansicht zum Ausdruck bringen, dass man seine Selbstachtung dann einbüßt, wenn man einsieht, dass man die Erkenntnisse, die einen plötzlich überkommen, schon viel früher hätte haben können, dann würden die begangenen Fehler im Nachhinein vielleicht weniger "empfindlich" anschlagen. Dieses Nachsinnen bedingt die daraus resultierende Hoffnungslosigkeit für den Augenlbick und das ist eine schmerzliche Erfahrung.
Ferner hatte ich bei diesem jedoch zunächst Text das Gefühl, dass er mehr die Oberfläche behandelt, als ein(e) seelische(s) Tief(e); mag sein, dass ich das damit anders ausgelegt habe, als es von dir dargebracht wurde, war aber ja auch bloß eine persönliche Interpretation des Ganzen, du weisst schon, wie...


 
su
schreibt am
31.10.2006 (12:56 Uhr)

"[...]wieder eine erfahrung reicher
ein stück selbstachtung weniger[...]"

diese zeilen sind für mich mehr als widersprüchlich.
lass mich naiv etwas fragen: wenn du erfahrungen sammelst verlierst du selbstachtung?


 
la
schreibt am
08.04.2007 (10:41 Uhr)
kein widerspruch...

...liebe su...die Selbstachtung kann schon ganz schön ins Wanken geraten, wenn man Illusionen über sich verliert...aber es schenkt...nach dem Wundenlecken..Selbstkenntnis...die tiefer greift und wachsen läßt.
Finde den Text wichtig, sehr ehrlich und für mich gerade genau richtig. Danke für den Spiegel, KG
lg von la


 
dk
schreibt am
08.04.2007 (23:57 Uhr)

das mit dem verlieren der illusionen über sich selbst und wankender selbstachtung ist mir unbekannt. auch die schlimmsten momente beinhalteten anderes; selbsterkenntnis und greifen, reifen, wachsen hatten in meinem leben nie etwas mit dem verlust an selbstachtung zu tun. deshalb erschließt sich mir der text nicht vollkommen; kann er gar nicht; weil ich mich noch nie so erlebt habe und erleben werde, hoffe ich zumindest. danke.


 
kg
schreibt am
09.04.2007 (01:29 Uhr)

erfahrungen im grenzbereich seiner eigenen seele und seines eigenen selbst können auch verlust von selbstachtung heißen, man versucht sich selbst zu belügen oder sogar schmerzhafte erfahrungen weg zu agieren und dabei passiert es schon mal das das eigene bild völlig falsch interpretiert wird.
man versucht sich selbst zu töten um nicht mehr fühlen oder leiden zu müßen und dabei verliert man unter umständen sehr leicht seine eigene achtung vor sich selbst.keine ahnung ob ihr zwei das schon mal erlebt habt,aber man sieht die welt und sein eigenes leben ganz anders nach einer solchen erfahrung.
tja so isses...verstanden oder nicht, fehlinterpretiert oder nicht, ich hab es so erlebt und genauso empfunden wie es da oben steht...


 
la
schreibt am
09.04.2007 (08:40 Uhr)
Kein interessanter Weg ohne Stolpersteine

*schmerzhafte Erfahrungen wegzuagieren* das kenne ich wohl...und zwar genau in diesen Momenten der totalen Verunsicherung.
Diese Zeiten ( die glücklicherweise nicht oft sind ) möchte ich aber keinesfalls missen, weil sie Auslöser waren für wichtige Entwicklungen.


 
dk
schreibt am
09.04.2007 (10:01 Uhr)

su = dk. ich gehöre zu den vollkonfrontierern und allesgebern, daraus-lernen-wollern und alles komplett-verarbeitern. das zieht zustände der vollständigen erschöpfung nach sich aber ich kann und konnte mir immer in mein eigenes gesicht schauen und mich lieben. schmerz oder schmerz...ich für mich denke, habe den schmerz gefunden, der für mich langfristig zufriedenheit und glück bedeutet.
keine negative kritik am text kg, positive, da angeregt zur diskussion. liebe grüße dk.


 
ja
schreibt am
10.04.2007 (14:57 Uhr)
Eingeständnis von Selbstgerechtigkeit?

Eine schöne Diskussion. Ich mag den Text, das Thema.
Wir agieren in einem Rahmen von (unbewusstem, uneingestandenem) Selbstbetrug, auf den wir - wie vor einem Spiegel eben - dann stoßen, wenn sich Trübungen auf der Oberfläche zeigen. Scheitern kann das Selbstbild trüben, aber auch die klare Stimme eines tief sehenden Menschen. Das kann also im Grunde positiv sein. Die Scham entsteht dann zu großen Teilen durch die Erkenntnis, dass man ja doch (auch wenn man es sich ständig anders vorgenommen hatte) andere an dem Selbstbild gemessen und womöglich danach beurteilt hatte.
Selbstliebe und Selbstachtung ist eben doch nicht dasselbe, zweiteres dem Stolz sehr nahe, der ja viele Stolperfallen bietet. Mühsam, es auseinander zu halten.
Die letzte Strophe zieht etwas Kraft, finde ich.


 

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