Samstag, 30. August

Veröffentlichung von jo vom 26.02.2006 in der Rubrik Leben.

 

leben?

ich versammle mich
im wald, in aue und feld
bin zeitenzeuge.
das gedörrte gras und
entlegene winkel erdrücken
den traum von wärme,
den sommerlichen gang durch das gemüt.
in einer wilden heckenrose
bleiben die gedanken hängen -
wie einst mutter die wäsche erhängte.
das emsige warten auf
die lohnende schwüle, das blühende
schweigen der wälder. jenes
zu erwarten, beruhige ich mein blut.
vergangens wird wiederkehren.
alles mit sicherheit.
dann lassen wir es gut sein.

 
Hat Ihnen dieser Titel gefallen? Ja oder Nein
Lassen  Beruhige Erwarten  Waelder Schweigen   Bluehende  
 

Kommentare zum Text "Leben?":

j|
schreibt am
26.02.2006 (17:02 Uhr)

gefällt mir sehr gut! habe nicht wirklich etwas zu sagen, außer dass mich der text entschweifen lässt..


 
ßi
schreibt am
02.03.2006 (00:39 Uhr)

kann ich mich anschließen.
mir gefällt dein stil, die bildwahl, dass du nicht unbedingt schwarzes benutzen musst um weniger schönes auszudrücken, die polyvalenz und die spannung die dadurch entsteht. selbst der "abschluss"-satz lässt spannung offen, weil nicht klar ist, was denn nun konkret gemeint ist.

nur eine sache gefällt mir überhaupt nicht: der titel ist viel zu allgemeingültigkeitsheischend und damit nichtssagend in meinen augen.

trotzdem: tolles gedicht!

ich warte mit spannung auf mehr!


 
dp
schreibt am
02.03.2006 (23:26 Uhr)

mir hat es ebenfalls gefallen. der angesprochene rythmus und der fluss - na - ich sage nicht genau das gleiche wie die anderen sondern komme gleich zur kritik:

warum "erhängte" die mutter die wäsche? das hat mich doch sehr stutzig gemacht.
"bleiben die gedanken hängen" kommt mir im gegensatz zum kreativen rest auch etwas abgegriffen vor.

sehr schön!


 
jo
schreibt am
03.03.2006 (11:25 Uhr)

gedanken, die in der heckenrose hängen bleiben, stellen einzig den wehmütigen blick ins zeitenlose dar - das ungenaue, die verschwommenheit. es sind die nicht fokusierten
sekunden des auges. mutter erhängte die wäsche - man konnte ihr förmlich dabei zusehen. vielleicht ist mutter es auch leid, beständig in der schleife gefangen, die wäsche aufzuhängen - genauso bleiben wir ob gewollt oder nicht mit unseren blicken hängen...hängen den gedanken hinterher. so man es doch nicht gewollt hätte. ich hasse diese wichtigen analysen. daher auch einordnend alles bei leben, und die außerordentliche suche besonderen titeln..


 

Verfassen Sie einen Kommentar:




Benachrichtigung bei neuen Kommentaren:
Funktioniert auch ohne geschriebenen Kommentar ;)

Kommentare ausblenden.
Erstellen Sie eine Benachrichtigung. Erfahren Sie mehr über den Autor oder nehmen Sie Kontakt auf. Sie können den Text verschicken. Oder suchen Sie etwas Bestimmtes? Der Direktlink.

© 2025 jo . Dieser Text unterliegt dem Papyros Copyright Gesetz.
    Papyros.org - Hier Lesen, Denken und Schreiben!
  • Startseite
  • Editorial
  • Projekte
     
  • Lesen
  • Denken
  • Schreiben
     
  • 1239 Texte
  • Autoren
  • Rubriken
  • Zufallstreffer
     
  • Die Seite für Autoren
     
  • Neuste Texte
  • Neuste Kommentare
  • RSS Feed abonnieren
  • Impressum