Samstag, 30. August

Veröffentlichung von ## vom 30.06.2009 in der Rubrik Gesellschaft. Letzte Änderung am 01.07.2009.

 

37 sekunden

ich sehe. eine junge frau
fällt rückwärts um, am straßenrand
vier männer rennen ihr zu hilfe. jemand filmt

ich höre in der verbreiteten aufzeichnung
das entsetzen der menschen in ihrer umgebung
hände drücken auf ihren brustkorb

während im kopf
die braunen augen der frau
starr nach rechts schauen

hilflos ist man. wie hilflos ist man

ich spreche diese sprache nicht
mein finger an meinem mund
aus ihm quillt kein blut




"Neda" bedeute "Ruf", "Stimme", so lerne ich später.
"Hab keine Angst, Neda", habe der eine Mann ihr gesagt.

 
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Kommentare zum Text "37 sekunden":

la
schreibt am
05.07.2009 (09:45 Uhr)
Manne?

Das hier verrät dich jetzt...oder?

Mag das...den letzten Vers, der die kühle Betrachtung vorher glühen lässt.
In der Wiederholung von "hilflos ist man" setzt mein Empfinden ein "Mann" ein, das für mich ganz intensiv passt.

schön, wenn du wieder da bist (wärst)
Stef


 
##
schreibt am
05.07.2009 (16:17 Uhr)
M-hm. Bin ich.

Die Man/Mann-Sache ist nur halb gewollt, aber das passt tatsächlich. Man hört lediglich eine Frauenstimme aus dem Off, soweit ich mich erinnere.
(Wer die Kamera hält, habe ich nicht mitbekommen.)

Manchmal brauchen Gefühle länger als der Verstand, zumindest um sie auszudrücken.
Ich musste mir die 37 Sekunden dreimal ansehen, um sie beschreiben zu können.
Es ist sozusagen rückwärts geschrieben, fällt mir auf; pro Sichtung eine Strophe (rückwärts ab den "man"s). Ich hatte mit "während im Kopf" angefangen, aber anders. Auch irgendwas mit
sehen-hören-sprechen.
Ich glaube, das Blut aus ihren Atemwegen läuft ins offene Auge, zumindest war das mein Eindruck, nach erstem Anschauen. Grauenvoll. Nochmal will ich es nicht sehen.

Meinst Du mit letzter Strophe den kursiven Anhang?
Den braucht es, ja.
Mit der Strophe davor ringe ich noch.
(wegen "der" Finger und "der" Mund, und dann "aus ihm")

Danke. Papyros ist wichtiger als ich (und meine Nase -- lol).
Überall sonst ist es doof. Aber die Pause tat mir gut, fühlte sich länger an als ein paar Monate. Ich hatte mich hier etwas zu sehr daheim gefühlt.


 
la
schreibt am
06.07.2009 (11:55 Uhr)

den kursiven Anhang sondern die letzte Strophe, die zoomt!

das Kursive hat dich mir verraten...deine übliche Unterschrift ;)
Gut, dass du wieder "zuhause" bist.


 

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