Veröffentlichung von CS vom 03.05.2011 in der Rubrik Vision.
Letzte Änderung am 08.08.2011.
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Mein liebster Ort Das Schönste im Sinne der Erfüllung im Sinne des Gewollten findet man doch lediglich in der Phantasie. Sie bietet das, was sich mit den anderen Sinnen kaum erfahren lässt. Das ist es doch letztlich, was die Künstler jeglicher Disziplin zu ihrer Kunst treibt. Wer will schon eine Kopie dessen, was bereits vorliegt? Unschärfe und Informationsrauschen in der Abbildung sind das sinngebende Element in der kreativen Arbeit. Sicherlich, eine gewisse Nähe zum Konkreten erleichtert den Einstieg des Rezipienten in das Werk des Künstlers, weswegen ein handwerkliches Geschick, eine Übung, ja, ein stetiges Wiedereinüben vom Künstler verlangt werden darf. Doch bei all dem technischen Können, darf man wohl das reflektierende Ich, dessen inspirativen Drang und dessen ursächlich attraktiven Bezugspunkt, nämlich die Phantasie als gedachte Projektionsmaschine des Geistes nicht außer Acht lassen. Die Phantasie ergänzt, was in Wirklichkeit nur ansatzweise vorhanden ist. So konstruiert sie eine eigentlich nicht veräußerbare Qualität von Wirklichkeit, die zunächst nur subjektiv wahrnehmbar bleibt und gleichsam, durch das verstärkte Weglassen von Aspekten der Sinneswahrnehmung erst den kreativen Raum schafft zur Neukombination des ursprünglich reduzierten Informationsgehaltes zu einem neuen Bild der Wirklichkeit, welches getragen durch Wünsche und Sehnsucht oftmals idealisierter und visionärer erscheint, man könnte sagen, vollendet, wenn auch stets im Fluss begriffen. Zu bestimmten Zeiten hat jeder Mensch eine Utopie im Geiste.
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