Öffnung der Ausstellung
Frau Bück betrat den Kirchplatz. Sie liebte es die Tauben zu füttern. Sie flogen schon von den Dächern herbei, als sie durch den Torbogen schritt. Mit vollen Händen warf sie das Futter vor ihre Liebsten.
Der Eingang zum an die Kirche grenzenden Friedhof trug eine Inschrift, „Wir denken an die Nächsten.“ Auf eine Seitenwand der Kirche war in Schreibschrift etwas gesprayt, „Gott lebt“, wobei das „lebt“ mit Druckschrift übersprüht wurde mit, „ist tot“.
Irgendeine Touristengruppe hörte gespannt dem Führer zu und vergaß dabei das Knipsen, während er den Zeigefinger hob und scheinbar spaßig die Bemerkung losließ, „No brown in town.“
Ein Schwachsinniger stieg aus dem Bus, „Januar, Februar, März, April – Viertel vor vier! – Mai, Juni, Juli, August – Viertel vor vier! – September, Oktober, November, Dezember – Viertel vor vier...“
Ein Plakat wehte halb abgerissen im Wind, man konnte gerade noch lesen „Zion“ und darunter ein wiederum abgerissener Aufkleber, von dem noch „Nein danke“ übrig war.
Ein Ladendetektiv hastete einer jungen Frau hinterher, die etwas herzförmiges in der Hand hielt, das so rot war wie ihr Kopf, der anlief, nachdem der Detektiv sie gestellt hatte, „Hab ich dich!“
Vor dem Ausstellungshaus ließ jemand Champagner knallen. Eine Dame verlor vor Schreck ihr Kristallglas. „Das macht garnichts“, sagte ein Mann im Anzug und kehrte die Scherben zusammen.