Papyros http://www.papyros.org Die neusten 15 Veröffentlichungen. de-de Papyros Copyright Gesetz Wed, 10 Mar 2010 22:52:34 +0100 info@papyros.org Titel bedarf es nicht von Ra http://www.papyros.org/ra/titel-bedarf-es-nicht.1902.html Ich 

du

wir

Liebe

Leben

 

 Nacht

Sternenhimmel

Ruhe

Traum

 

 fühlen

denken

sein

Tod

nichts

Bananen

Alles nur Worte, 

doch in uns werden sie Welten,

nichtig

wie bedeutend 

sie auch sind.



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Wed, 10 Mar 2010 21:04:13 +0100 http://www.papyros.org/ra/titel-bedarf-es-nicht.html
Bei der Arbeit von bp http://www.papyros.org/bp/bei-der-arbeit.1901.html Normal 0 21 MicrosoftInternetExplorer4

Herrliches, sanftes Nachmittagslicht

fällt mir auf mein müdes Gesicht.

Groß werden meine Augen und lassen

es hinein, weich wie die großen Schatten

bin ich in seinem Schein.

 

Und der Himmel darüber ist ferner,

blauer, geschliffener Samt,

er füllt mich auch auf, blau und licht

bis zum Rand. Eine grüne

Kirchturmspitze gesellt sich

dazu. Jetzt arbeite ich

noch eine Stunde in Ruh.

 

Es ist eine Stunde, in der

die Bilder an der Wand sich erinnern,

als sie gemalt hat die Hand

und in welchem Augenschein.

Es ist eine Stunde, in der alles

mit sich ist und nichts allein.

 

bp 8 März 2010

 



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Mon, 08 Mar 2010 16:31:23 +0100 http://www.papyros.org/bp/bei-der-arbeit.html
Der wollende Künstler von az http://www.papyros.org/az/der-wollende-k%FCnstler.1900.html Nicht echt, Erzeugnis vergang'ner Hand
So, wie mich dieses Gespinnst umrankte
Ward meine Sicht geworden solch Tand

Er kam von Dingen uneigen mir
Entsprang unglaublich starker Gier
Tauchte den Pinsel der Taten
In den Farbtopf tiefroter Arten

Weh mir, weh mir
Der ich solch Schund gern von mir trenn'
Doch klebt es an mir, wie am wilden Tier
Ein Instinkt, den ich jetzt nenn'

Der ständige Wille der Besserung
Der schnellste Weg zur Besänftigung
Das triebhafte "mehr!"
Das triebhafte leer...

All dies Werk sei Flucht
Vor nichtig Massenleid
Nicht essbar diese Frucht
Doch ein hübsches Einheitskleid

Eilig kaum entspannt
Wird schnell davon gerannt
Unwissend, dass ruhig und geduldig
Es dem Schaffenden stärkstens huldigt.

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Sat, 06 Mar 2010 14:17:24 +0100 http://www.papyros.org/az/der-wollende-k%FCnstler.html
Wahre Liebe von Ra http://www.papyros.org/ra/wahre-liebe.1899.html Jemanden zu lieben, der

mit dem was er tut und

mit dem wie er ist

einen Zweck erfüllt.

Scheint falsch und eigennützig.

Dagegen jemanden zu lieben, allein

wegen dem was man fühlt,

wegen ihm und der Liebe selbst.

Scheint ehrlich und schön.

Doch kann die Liebe nicht 

ohne ihren Zweck

leben.

Wer lieben will wer jemand ist,

muss auch lieben können, was jemand ist.



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Sat, 27 Feb 2010 14:30:54 +0100 http://www.papyros.org/ra/wahre-liebe.html
Frau Ledermann und ich Teil 1 von AT http://www.papyros.org/at/frau-ledermann-und-ich-teil-1.1898.html Normal 0 21

Frau Ledermann und ich

Gedichte über eine Beziehung zwischen zwei Frauen Mitte Dreißig

 

Frau Ledermann ist eine Frau
Ganz so wie ich, doch nicht genau
Genauer schon als ich vielleicht
mir leider oft das Wasser reicht

 

Frau Ledermann ist wohlerzogen
Ist auch dem Kanzler stets gewogen
Frau Ledermann regt sich nicht auf
Frau Ledermann besteht darauf


Frau Ledermann hat früh gefreit
Und es bis heute nicht bereut
So lange sie das halt so sieht
So lange es nur recht geschieht

 

Sie raubt kein Feuer von Göttern
Sie läßt durch gar nichts sich erschüttern
Auch wenn sie Bildung einst besaß
Kein Adler ihre Leber fraß

 

Frau Ledermann trägt meistens grau
Und manchmal mutig sogar blau
Frau Ledermann mag keine Schrullen
Da schmiert sie lieber Fleischwurststullen

 

Frau Ledermann treibt´s nur im Dunkeln
Und hütet sich dabei zu munkeln
Frau Ledermann ist Sex ganz schnuppe
Da kocht sie lieber Linsensuppe

 

Sie hütet Kinder von allein
Und statt dem Steak gibt’s Hühnerklein
Frau Ledermann, ja, die kann sparen
Und nützliches für später wahren

 

Frau Ledermann mag Chaos nicht
auch keine Künstler, kein Gedicht

Veränderung ist überflüssig
Der ist sie wirklich überdrüssig

 

Frau Ledermann ist stets adrett
Frau Ledermann ist wirklich nett
Sie mag Gespräche unverbindlich
Und ist bei Ärger unempfindlich

 

Frau Ledermann ist wirklich weise
Und im Normalfall niemals leise
Ich höre ihre Stimme immer
Und schweigen tut sie wirklich nimmer

Wer sollte mir denn sonst auch sagen
Dass feine Frauen Strümpfe tragen
Dass ich zu alt für Narretein
Dass meine Handtasche zu klein
Dass mein Topf ist angebrannt
Und mein Gehirn gehört verbannt

Ich soll doch nur mal funktionieren
Mich endlich auch mal integrieren
Im grauen Moloch schnell verschwinden
Was muß ich mich denn selber finden?

 

Frau Ledermann hält mich oft auf
In meinem Künstlerlebenslauf
Sie ist so wie das Pflichtgefühl
Wohltemperiert und dennoch  kühl
Wenn sie auf meiner Brust mal sitzt
Krieg ich sie nicht mehr ausgeschwitzt

 

Frau Ledermann ist vollverschiefert
Frau Ledermann wird mitgeliefert
Frau Ledermann ist Alltag pur
Und jederfraus Realnatur

 



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Wed, 24 Feb 2010 09:39:20 +0100 http://www.papyros.org/at/frau-ledermann-und-ich-teil-1.html
Aufbruch von tb http://www.papyros.org/tb/aufbruch.1897.html Frauen schwärmen sich um mich in größter Wonne
Es scheint, es scheint die Frühlingssonne

Dem Wort, dem Ton, der Stimmmung hingegeben
Fangen wir an unseren Traum zu weben

Gegen jeden Rat der hier gebotenen Vernunft
Gibt Segenstat wer will der grad gebor'nen Zunft

Vergangenheit und Zunkunft treffen sich im Sein
Der sich bildenden Reihen

Ein Bild erscheint flackernd in den Schneedühnen
Fatamorgana: Frühling

Altes Holz mit jungen Trieben
Graue Welt fängt an zu grünen

Schon wenn der Morgen kühl, sing!
Singe, fange an zu lieben

 

 

in Zusammenarbeit mit CS 



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Tue, 16 Feb 2010 20:18:32 +0100 http://www.papyros.org/tb/aufbruch.html
Beeindruckend von wi http://www.papyros.org/wi/beeindruckend.1896.html

 

Er saß da in seinem Wohnzimmer im Sessel und betrachtete das Gemälde. Eigentlich war es ja hässlich.

Es hatte ihm von Beginn an nicht sonderlich gefallen. Aber je länger es hier hing, umso weniger gefiel es ihm. Heute löste es sogar etwas Angst bei ihm aus. Aber es war halt ein echter Kirchner. Paul Reischmann hatte es vor 5 Jahren erstanden und das in einem Auktionshaus. 200.000 Euro blätterte er dafür hin und das war für einen echten Kirchner noch ein Schnäppchen. Da musste er einfach zuschlagen. Und er schlug nicht ohne Grund zu, denn er wusste, was es bedeutete einen echten Kirchner an der Wand hängen zu haben.

Schnell sprach es sich herum im Freundes- und Kollegenkreis und er stand im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Damals veranstaltete er eine Party extra zu diesem Anlass und alle kamen und bewunderten ihn und das Gemälde.

Wenn er ehrlich zu sich selbst war, dann musste er gestehen, dass er nicht viel von Kunst verstand. Noch nie hatte er sich gefragt, was Kirchner dazu brachte ein solches Bild zu malen. Er war in allen Ausstellungen gewesen. Immer wenn er in eine Fremde Stadt kam besuchte er das Museum und die Kunstgalerie. Die Leute staunten immer, wenn er erzählte: “Gestern war ich in Frankfurt. Das Museum für moderne Kunst habe ich mir nicht entgehen lassen“ und er fügte dann immer noch fast beiläufig hinzu „beeindruckend“. Die Leute waren dann beeindruckt und trauten sich gar nicht mehr nachzufragen, weil sie Angst hatten es könnte herauskommen, dass sie nicht viel von Kunst verstehen. So hatte er immer die Bewunderung auf seiner Seite.



Paul Reischmann kauerte in seinem Sessel, den Blick stur und röhrenähnlich auf das Gemälde gerichtet. Seine Hände zitterten und alles erschien ihm wie aus einer anderen Welt, so als ob jemand einen Keil dazwischen getrieben hätte. Er fühlte sich wie eine Pflanze, die Frost abbekommen hat. Alles schien aus den Angeln gehoben zu sein und ein Ende war nicht abzusehen. Wenn er seinen Zustand einem anderen erklären sollte, dann stockte er und suchte nach den richtigen Worten, nach den richtigen Worten, um einen Schauder zu erklären, für den es keine Worte gab. Wohin sollte er noch gehen? Zur Hölle, wo liegt das?

Langsam, ganz unbemerkt hatte es sich eingeschlichen und es verzweigte sich, wucherte und wuchs, bildete Verästelungen, verdichte sich und schließlich gewann es die Überhand und nahm von seinen ganzen Körper Besitz. Zuerst wehrte er sich noch, aber bald kristallisierte sich heraus, dass hier jeder Widerstand zwecklos war. Und er versuchte es zu erklären, er stellte Theorien auf. Immer neue Theorien und immer mehr Theorien, die er alle wieder verwarf. An keine Theorie konnte er seine Hoffnung knüpfen. Es überfiel ihn und hatte ihn in seinen Bann geschlagen und hielt ihn fest mit eiserner Hand und er wusste nicht, wie er diese Hand wieder lösen konnte.

So saß er hier hilflos, kauernd in seinem Sessel und betrachtete das Bild. Das Bild eines großen Malers, das einst eine immense Wichtigkeit für ihn hatte war zur vollkommenen Bedeutungslosigkeit erstarrt. Einst hatte es ihn aufgebaut, er hatte diesen Kirchner erstanden und es war ein Symbol dafür gewesen, dass er es geschafft hatte. Doch jetzt in diesem Moment lief ihm ein kalter Schauer über den Rücken, als er es betrachtete. In dem Schreckenstal, in dem er sich befand, konnte ihm kein Kirchner, nicht einmal ein Picasso helfen. Und gerade in diesem Moment gestand er sich ein, dass er fremde Hilfe brauchte. Er brauchte fremde Hilfe, er der noch vor kurzer Zeit so sicher mit beiden Beinen im Leben stand und dessen Stern am Firmament leuchtete. „Was hat mich bloß so ruiniert“, war die einzige Frage, die er sich noch stellte.


Paul Reischmann konnte nicht mehr mithalten. Er traf sich mit den Leuten, die er für seine Freunde hielt und sie unterhielten sich über bestimmte Artikel in Fachzeitschriften, oder kritisierten irgendwelche Bücher, die er neuerdings nicht gelesen hatte. Schnelllebig war das Leben geworden. Man musste ständig auf dem Laufenden bleiben, sich ständig informieren, die neuesten Trends abschätzen und verarbeiten. Die Konkurrenz war groß geworden und das Land wurde von einem Markt bestimmt, der ein Höher, Schneller, Weiter von allen verlangte. Das traf vor allem auf Leute in seiner Position zu, auf Leute, wie er, die in einer Leitungsposition bei einem großen Wirtschaftsunternehmen waren. Eine Sekunde Stillstand, eine Sekunde Innehalten bedeutete gleich, dass es andere gab, die den hart umkämpften Platz einnahmen. Dann zählte nicht mehr, was man schon geleistet hatte, dann wurde man hier innerhalb kürzester Zeit von ganz oben nach ganz unten durchgereicht.

Paul Reischmann hatte nicht mehr die Energie dazu und alles drehte sich nur noch um die eine Frage: “Was hat mich bloß so ruiniert“. Diese Frage verschluckte die Energie, die er früher dazu verwendet hatte nach oben zu kommen. Er konnte sich im allgemeinen Wettkampf des Wissens, das sich bis in den privaten Bereich verästelte nicht mehr behaupten.

Eitel Sonnenschein herrschte in den Kreisen, in denen er sich bewegte und es war kein Raum für die negativen Seiten des Lebens. Man gab ihm kurz einen guten Ratschlag und ließ sich dann für die nächsten Stunden nicht davon abbringen die neuen Entwicklungen zu diskutieren, Entwicklungen, die Paul Reischmann nicht mehr interessierten.

Irgendwann mied Paul Reischmann die Treffen mit seinen ehemaligen Freunden. Auch seine Freundin sonnte sich jetzt mit einem anderen Mann an den beliebtesten und teuersten Stränden dieser Welt. Er ließ sich krank schreiben. Zum ersten mal in seinem Leben hatte Paul Reischmann Zeit sich Gedanken zu machen, wer er war, was er wollte und er spielte mit dem Gedanken auszusteigen.

Er nahm professionelle Hilfe in Anspruch. Er hatte erwartet, dass er hier eine Antwort auf seine Frage bekommen würde. Dies geschah nicht. Man verschrieb ihm Medikamente und sagte ihm, das es seine Zeit brauchen würde. Und so begriff er langsam, dass ihm niemand helfen konnte. Wenn er es nicht selbst herausfand, ein anderer konnte es nicht für ihn tun. Zum ersten mal in seinem Leben begriff Paul Reischmann, was es bedeutete allein zu sein.

Paul Reischmann war einen guten Rat seiner Freunde gefolgt. Er solle sich doch mal Menschen anschauen, denen es noch viel schlechter ging als ihm. Als er sich hier so umschaute bezweifelte er langsam, dass es den Menschen hier schlechter ging. Sie tanzten, sangen und lachten. An der Wand hingen Bilder, die sie gemalt hatten und Paul Reischmann war erstaunt. Manche Bilder erinnerten ihn sogar an bestimmte Bilder, die er in den Galerien gesehen hatte. Im Garten pflanzte man einen Baum und man sang dazu Lieder. Alles war so fröhlich und ausgelassen, hier beim Tag der offenen Tür der Lebenshilfe.

Ein Mädchen lächelte ihn freundlich an, kam auf ihn zu und sagte: “ich mag Dich“. Da zuckte er zusammen und von außen betrachtet hatte es den Anschein, als ob ihm dieser Ausspruch gar nicht recht gewesen wäre. So ungewohnt war es und er fragte sich, wann das zuletzt ein Mensch zu ihm gesagt hatte und er konnte sich nicht daran erinnern. Langsam tat der Ausspruch seine Wirkung und es wurde ihm etwas warm ums Herz und so begann er bald mitzusummen bei den Liedern. Wenn er sich das Treiben hier so ansah, dann glaubte er nicht, dass diese Menschen hier zu solchen Intrigen fähig waren, wie er sie im Beruf und Privatleben in den letzten Jahren so oft erlebt hatte. Die Menschen hier hatten eine fröhliche Grundstimmung und man konnte nicht glauben, dass sie etwas Böses im Schilde führen. Sie spielten keine Rolle und waren offen und gutherzig. Sie halfen sich gegenseitig. Alle hatten nicht viel Geld und vielleicht war Geld auch gar nicht nötig, um fröhlich singen zu können.

Paul Reischmann unterhielt sich mit der Einrichtungsleitung und die sagte ihm, dass die öffentlichen Mittel immer knapper werden und dass man bald das Betreuungsniveau senken musste. Da müsste man dann auf den ein oder anderen Ausflug verzichten und man müsse mit weniger Personal auskommen. Die Betreuer können dann nicht mehr so intensiv auf den einzelnen Schüler eingehen. Während sie das sagte kam das Mädchen ein weiteres mal auf Paul Reischmann zu und sagte: “ich habe Dir ein Bild gemalt“ und überreichte ihm ein farbenfrohes Gemälde, das ihn irgendwie an einen Maler erinnert.




Paul Reischmann saß in seinem Sessel und betrachtete das Bild. Es war ein anderes. Er hatte den Kirchner verkauft und stattdessen das Bild des Mädchens gerahmt und aufgehängt.

Es ging ihm nun besser. Er war noch nicht gesund, aber er bemerkte eine Entwicklung in die positive Richtung. Wenn er das Gemälde betrachtete, dann dachte er an das Mädchen und sein Herz erwärmte sich.

Er hatte den Kirchner verkauft und hatte das Geld gespendet. Er wollte, dass es den Schülern weiterhin gut geht und dass sie weiterhin ihre Lieder singen können.

Er machte sich in den letzten Tagen ganz andere Gedanken. Zum Beispiel, ob wir sie nicht genauso brauchen, wie sie uns. Ob wir sie weiterhin ausschließen sollten? Man sollte sie einfach mal mitnehmen und sie teilhaben lassen, denn die Welt ist für alle da.

Als er Tage später zu seinen Nervenarzt ging, konnte er ihm von einer positive Entwicklung berichten und der Nervenarzt sagte: “Ich habe ihnen doch gesagt, die Wirkung des Medikaments kommt nach zwei bis drei Wochen so richtig zum Tragen.“



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Thu, 11 Feb 2010 17:53:16 +0100 http://www.papyros.org/wi/beeindruckend.html
Beeindruckend von wi http://www.papyros.org/wi/beeindruckend.1895.html Er saß da in seinem Wohnzimmer im Sessel und betrachtete das Gemälde. Eigentlich war es ja hässlich.

 

Es hatte ihm von Beginn an nicht sonderlich gefallen. Aber je länger es hier hing, umso weniger gefiel es ihm. Heute löste es sogar etwas Angst bei ihm aus. Aber es war halt ein echter Kirchner. Paul Reischmann hatte es vor 5 Jahren erstanden und das in einem Auktionshaus. 200.000 Euro blätterte er dafür hin und das war für einen echten Kirchner noch ein Schnäppchen. Da musste er einfach zuschlagen. Und er schlug nicht ohne Grund zu, denn er wusste, was es bedeutete einen echten Kirchner an der Wand hängen zu haben.

Schnell sprach es sich herum im Freundes- und Kollegenkreis und er stand im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Damals veranstaltete er eine Party extra zu diesem Anlass und alle kamen und bewunderten ihn und das Gemälde.

Wenn er ehrlich zu sich selbst war, dann musste er gestehen, dass er nicht viel von Kunst verstand. Noch nie hatte er sich gefragt, was Kirchner dazu brachte ein solches Bild zu malen. Er war in allen Ausstellungen gewesen. Immer wenn er in eine Fremde Stadt kam besuchte er das Museum und die Kunstgalerie. Die Leute staunten immer, wenn er erzählte: “Gestern war ich in Frankfurt. Das Museum für moderne Kunst habe ich mir nicht entgehen lassen“ und er fügte dann immer noch fast beiläufig hinzu „beeindruckend“. Die Leute waren dann beeindruckt und trauten sich gar nicht mehr nachzufragen, weil sie Angst hatten es könnte herauskommen, dass sie nicht viel von Kunst verstehen. So hatte er immer die Bewunderung auf seiner Seite.



Paul Reischmann kauerte in seinem Sessel, den Blick stur und röhrenähnlich auf das Gemälde gerichtet. Seine Hände zitterten und alles erschien ihm wie aus einer anderen Welt, so als ob jemand einen Keil dazwischen getrieben hätte. Er fühlte sich wie eine Pflanze, die Frost abbekommen hat. Alles schien aus den Angeln gehoben zu sein und ein Ende war nicht abzusehen. Wenn er seinen Zustand einem anderen erklären sollte, dann stockte er und suchte nach den richtigen Worten, nach den richtigen Worten, um einen Schauder zu erklären, für den es keine Worte gab. Wohin sollte er noch gehen? Zur Hölle, wo liegt das?

Langsam, ganz unbemerkt hatte es sich eingeschlichen und es verzweigte sich, wucherte und wuchs, bildete Verästelungen, verdichte sich und schließlich gewann es die Überhand und nahm von seinen ganzen Körper Besitz. Zuerst wehrte er sich noch, aber bald kristallisierte sich heraus, dass hier jeder Widerstand zwecklos war. Und er versuchte es zu erklären, er stellte Theorien auf. Immer neue Theorien und immer mehr Theorien, die er alle wieder verwarf. An keine Theorie konnte er seine Hoffnung knüpfen. Es überfiel ihn und hatte ihn in seinen Bann geschlagen und hielt ihn fest mit eiserner Hand und er wusste nicht, wie er diese Hand wieder lösen konnte.

So saß er hier hilflos, kauernd in seinem Sessel und betrachtete das Bild. Das Bild eines großen Malers, das einst eine immense Wichtigkeit für ihn hatte war zur vollkommenen Bedeutungslosigkeit erstarrt. Einst hatte es ihn aufgebaut, er hatte diesen Kirchner erstanden und es war ein Symbol dafür gewesen, dass er es geschafft hatte. Doch jetzt in diesem Moment lief ihm ein kalter Schauer über den Rücken, als er es betrachtete. In dem Schreckenstal, in dem er sich befand, konnte ihm kein Kirchner, nicht einmal ein Picasso helfen. Und gerade in diesem Moment gestand er sich ein, dass er fremde Hilfe brauchte. Er brauchte fremde Hilfe, er der noch vor kurzer Zeit so sicher mit beiden Beinen im Leben stand und dessen Stern am Firmament leuchtete. „Was hat mich bloß so ruiniert“, war die einzige Frage, die er sich noch stellte.


Paul Reischmann konnte nicht mehr mithalten. Er traf sich mit den Leuten, die er für seine Freunde hielt und sie unterhielten sich über bestimmte Artikel in Fachzeitschriften, oder kritisierten irgendwelche Bücher, die er neuerdings nicht gelesen hatte. Schnelllebig war das Leben geworden. Man musste ständig auf dem Laufenden bleiben, sich ständig informieren, die neuesten Trends abschätzen und verarbeiten. Die Konkurrenz war groß geworden und das Land wurde von einem Markt bestimmt, der ein Höher, Schneller, Weiter von allen verlangte. Das traf vor allem auf Leute in seiner Position zu, auf Leute, wie er, die in einer Leitungsposition bei einem großen Wirtschaftsunternehmen waren. Eine Sekunde Stillstand, eine Sekunde Innehalten bedeutete gleich, dass es andere gab, die den hart umkämpften Platz einnahmen. Dann zählte nicht mehr, was man schon geleistet hatte, dann wurde man hier innerhalb kürzester Zeit von ganz oben nach ganz unten durchgereicht.

Paul Reischmann hatte nicht mehr die Energie dazu und alles drehte sich nur noch um die eine Frage: “Was hat mich bloß so ruiniert“. Diese Frage verschluckte die Energie, die er früher dazu verwendet hatte nach oben zu kommen. Er konnte sich im allgemeinen Wettkampf des Wissens, das sich bis in den privaten Bereich verästelte nicht mehr behaupten.

Eitel Sonnenschein herrschte in den Kreisen, in denen er sich bewegte und es war kein Raum für die negativen Seiten des Lebens. Man gab ihm kurz einen guten Ratschlag und ließ sich dann für die nächsten Stunden nicht davon abbringen die neuen Entwicklungen zu diskutieren, Entwicklungen, die Paul Reischmann nicht mehr interessierten.

Irgendwann mied Paul Reischmann die Treffen mit seinen ehemaligen Freunden. Auch seine Freundin sonnte sich jetzt mit einem anderen Mann an den beliebtesten und teuersten Stränden dieser Welt. Er ließ sich krank schreiben. Zum ersten mal in seinem Leben hatte Paul Reischmann Zeit sich Gedanken zu machen, wer er war, was er wollte und er spielte mit dem Gedanken auszusteigen.

Er nahm professionelle Hilfe in Anspruch. Er hatte erwartet, dass er hier eine Antwort auf seine Frage bekommen würde. Dies geschah nicht. Man verschrieb ihm Medikamente und sagte ihm, das es seine Zeit brauchen würde. Und so begriff er langsam, dass ihm niemand helfen konnte. Wenn er es nicht selbst herausfand, ein anderer konnte es nicht für ihn tun. Zum ersten mal in seinem Leben begriff Paul Reischmann, was es bedeutete allein zu sein.

Paul Reischmann war einen guten Rat seiner Freunde gefolgt. Er solle sich doch mal Menschen anschauen, denen es noch viel schlechter ging als ihm. Als er sich hier so umschaute bezweifelte er langsam, dass es den Menschen hier schlechter ging. Sie tanzten, sangen und lachten. An der Wand hingen Bilder, die sie gemalt hatten und Paul Reischmann war erstaunt. Manche Bilder erinnerten ihn sogar an bestimmte Bilder, die er in den Galerien gesehen hatte. Im Garten pflanzte man einen Baum und man sang dazu Lieder. Alles war so fröhlich und ausgelassen, hier beim Tag der offenen Tür der Lebenshilfe.

Ein Mädchen lächelte ihn freundlich an, kam auf ihn zu und sagte: “ich mag Dich“. Da zuckte er zusammen und von außen betrachtet hatte es den Anschein, als ob ihm dieser Ausspruch gar nicht recht gewesen wäre. So ungewohnt war es und er fragte sich, wann das zuletzt ein Mensch zu ihm gesagt hatte und er konnte sich nicht daran erinnern. Langsam tat der Ausspruch seine Wirkung und es wurde ihm etwas warm ums Herz und so begann er bald mitzusummen bei den Liedern. Wenn er sich das Treiben hier so ansah, dann glaubte er nicht, dass diese Menschen hier zu solchen Intrigen fähig waren, wie er sie im Beruf und Privatleben in den letzten Jahren so oft erlebt hatte. Die Menschen hier hatten eine fröhliche Grundstimmung und man konnte nicht glauben, dass sie etwas Böses im Schilde führen. Sie spielten keine Rolle und waren offen und gutherzig. Sie halfen sich gegenseitig. Alle hatten nicht viel Geld und vielleicht war Geld auch gar nicht nötig, um fröhlich singen zu können.

Paul Reischmann unterhielt sich mit der Einrichtungsleitung und die sagte ihm, dass die öffentlichen Mittel immer knapper werden und dass man bald das Betreuungsniveau senken musste. Da müsste man dann auf den ein oder anderen Ausflug verzichten und man müsse mit weniger Personal auskommen. Die Betreuer können dann nicht mehr so intensiv auf den einzelnen Schüler eingehen. Während sie das sagte kam das Mädchen ein weiteres mal auf Paul Reischmann zu und sagte: “ich habe Dir ein Bild gemalt“ und überreichte ihm ein farbenfrohes Gemälde, das ihn irgendwie an einen Maler erinnert.




Paul Reischmann saß in seinem Sessel und betrachtete das Bild. Es war ein anderes. Er hatte den Kirchner verkauft und stattdessen das Bild des Mädchens gerahmt und aufgehängt.

Es ging ihm nun besser. Er war noch nicht gesund, aber er bemerkte eine Entwicklung in die positive Richtung. Wenn er das Gemälde betrachtete, dann dachte er an das Mädchen und sein Herz erwärmte sich.

Er hatte den Kirchner verkauft und hatte das Geld gespendet. Er wollte, dass es den Schülern weiterhin gut geht und dass sie weiterhin ihre Lieder singen können.

Er machte sich in den letzten Tagen ganz andere Gedanken. Zum Beispiel, ob wir sie nicht genauso brauchen, wie sie uns. Ob wir sie weiterhin ausschließen sollten? Man sollte sie einfach mal mitnehmen und sie teilhaben lassen, denn die Welt ist für alle da.

Als er Tage später zu seinen Nervenarzt ging, konnte er ihm von einer positive Entwicklung berichten und der Nervenarzt sagte: “Ich habe ihnen doch gesagt, die Wirkung des Medikaments kommt nach zwei bis drei Wochen so richtig zum Tragen.“



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Thu, 11 Feb 2010 17:45:38 +0100 http://www.papyros.org/wi/beeindruckend.html
Schrei in der Nacht von CS http://www.papyros.org/cs/schrei-in-der-nacht.1894.html

Krankheit sickert durch meine Adern. Verhaltenes Lächeln. Schatten in der Nacht. Abholzung. Karges Seelenland. Ich bin mir selber unbekannt. Trockene Tränen. Ein Lufthauch. Gewaltsames Denken. Kühle. Düfte verrauchten. Ein goldenes Reich versank in einer stinkenden Flut. Mein eigenes Vermächtnis, mir ungewollt. Wütendes Aufblicken und immer wieder die, mir selbst eingeredete, ja eingeschriene, Hoffnung. Halt’ mich fest! Ganz fest. Ungehörter Todesschrei. Verrottender Kadaver geistiger Flucht. Dann wieder ein Aufblitzen der alten Gefühlswelt, vage, viel zu vage. Demütiges Lächeln. Schrei in der Nacht.



2 Kommentare ]]>
Tue, 09 Feb 2010 07:04:56 +0100 http://www.papyros.org/cs/schrei-in-der-nacht.html
Higher than a Machine von CS http://www.papyros.org/cs/higher-than-a-machine.1893.html

Here I am

Don't know what I am

Should I mind history?

Is my mind spiritual?

Living in a frame

Would mean it stays the same


There's a robot of past times

Mouldy and he speaks too slowly

Heeel-looo

It seems he likes us

Freak wave of high spirits

Here we go


Triple leaf tip

Usurp it with a grip

Unknown here we come

Devil fingers up

Don't you even try to stop

Drag by drag

We free our souls

Freak wave of high spirits

Here it goes


There's an angel standing dressed in black

Mighty with a language that's divine

Yours truly

What a blessing

Freak wave of high spirits

Here we go


Triple leaf tip

Usurp it with a grip

Unknown here we come

Devil fingers up

Don't you even try to stop

Drag by drag

We free our souls

Freak wave of high spirits

Here it goes



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Tue, 09 Feb 2010 06:58:11 +0100 http://www.papyros.org/cs/higher-than-a-machine.html
Vogel in der Grube von CS http://www.papyros.org/cs/vogel-in-der-grube.1892.html Schwarzer Vogel warum fliegst Du nicht?

Was hat dir die Flügel verbrannt?

Bist du nur froh, weil sie dir die Schwingen nicht entrissen?

Schwarzer Vogel sei gigantisch!

Weißt du nicht?

Im Orchester des Lebens sind die Wünsche die Tongeber,

Und der Dirigent heißt Sehnsucht!

Sei die Stille, die den Ton erklingen lässt.

Schwarzer Vogel flieg –

Vom Rauschen zum Geräusch, zur Melodie!



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Tue, 09 Feb 2010 06:01:07 +0100 http://www.papyros.org/cs/vogel-in-der-grube.html
Das beste Leben der Welt von bp http://www.papyros.org/bp/das-beste-leben-der-welt.1891.html

Opis auf die Barrikaden,
habt ihr Saft, habt ihr den Laden!
Bildet Banden, holt die Tanten,
werdet alle Demonstranten.

Zückt die Schwerter aus der
morschen Scheide, windet euch
den Kranz zum Kleide, pafft
die Pfeifen, leert die Krüge
und dann zeigt dem Land die Lüge,

die ihr ihm so faul beschert habt,
als ihr nahmt das Schwert euch satt ab,
um die Sessel vollzupupen
und die Kneipen zu besuchen.

Opis, wendet euer Wissen
nicht mehr nur zum Furzekissen.
Zeigt Gesicht, erhebt euch alle,
tretet an zum Marsch noch einmal,
nicht den Arsch nur auf den Eimer,
sondern in die Intutionen
oder wie das heißt, wo Herrscher wohnen.

Nehmt die Rente, schmeißt die Finka,
lasst das Öl in der Toskana,
werdet deutsche Indianer,
Stadguerilla, Enkellieber,
gebt dem Bügergroßmaul Hiebe
und dem Bänker Nächstenliebe.

Zeigt den Kindern eure Narben,
rot und tiefrot, Sonnengarben.
Zeigt, das eure Augen leuchten, nicht
nur zynisch, sondern zärtlich,
werdet endlich wieder herrlich.
Nehmt den Frieden, den ihr hattet
und vergesst den Sonderrabatt.

Auf die Barrikaden, Opis
und die Omis backen Schlachten!
Zeigt der ganzen Republik:
Opi hat euch richtig lieb,
kann euch übers Knie noch legen
und euch durchs Gehirn was fegen,
kennt den Marx und auch
die Rosa und er scheißt auf
eure Prosa, das Geseiher von
Kind Rösler, Knabe Guido,
Nebel, Niebel, und der feschen Ursel.

Opa, dreh dich einfach um,
zeigt, was in die steckt, mein Jung,
heb die Apo aus den Falten,
tut wat, all ihr guten Alten.


9 Kommentare ]]>
Wed, 03 Feb 2010 10:51:55 +0100 http://www.papyros.org/bp/das-beste-leben-der-welt.html
khumbul'ekhaya von @a http://www.papyros.org/%40a/khumbul%27ekhaya.1890.html holding her hand tight, when they couldn't speak
that's how she remembers him
as she tries so hard to go on on her own now

and all the hands held out to help her along the way
they can't substitute the withered shaking hand
that gave her the strength to face every new day with a smile

for half a century



Ein Kommentar ]]>
Sun, 31 Jan 2010 18:32:39 +0100 http://www.papyros.org/%40a/khumbul%27ekhaya.html
Der Feind wird größer von bp http://www.papyros.org/bp/der-feind-wird-gr%F6%28sz%29er.1889.html  

Weißt du was? Er war ein Mann

mit einem Laden, jetzt ist er schon ein

Ding-Konzern; er wird so groß fast

wie ein Stern; er wird so groß, dass er

die Grenzen sprengt. Er hat den ersten

Angriff lange abgehängt.

 

Der Feind wird größer. Einmal war

er Fabrikant, der Menschen hat gestellt

ans Band; jetzt ist er groß wie nie zuvor.

Er baut sein Schloß weit über Grenzen

hoch und höher.

 

Er baut sein Wesen an sein Schloß,

über den Mutter- und den Vaterschoß.

Er streckt die Arme bis zum Himmel aus

und baut sein Haus so hoch hinaus.

Er baut es kotzhoch, dass es keiner stoppt.



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Tue, 26 Jan 2010 13:38:48 +0100 http://www.papyros.org/bp/der-feind-wird-gr%F6%28sz%29er.html
MIT VAMPIRHÄNDEN von bp http://www.papyros.org/bp/mit-vampirh%C4nden.1888.html weiß und zarrrrt 

schreib ich

das GLÜCK

in eure Fressen:

 

HiHiHi hooolllla, ihr Menschenfressen,

was für zarte Gemüseblätter eurrrre Wangen sind.

 

Wie Radicccchio.

Wie zaaaaaaaaaaaaart.

Wie weichchchchchchch ....

Wie unwichtig.

 

Ohhhhh!

 

Glaubt ihr, dass eure Seeeeeeeeleeeeeeeeeeen Bedeutung haben.

Hätten,

Wären,

 wüsssten?

 

Nee, oder?

 

Ihr kleinen Schei ...

EIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII!

EIIIIIIIIIIIIIII!

EI!

 

ssssser ...

Glaubt ihr?

 

 Ihr wääärrrt ein Vogelei bedeutend,

ein Grashalm. Eine

wortsuchmireinWort

Fluse?

 

Staub

Staub

du

Staub

zu Asche

Staub

Knie nieder

Staub

 

OH

AH

Alles:

So verbringe ich das Leben!

Verabrede mich mit Frauen,

die nicht kommen.

Dafür kenne ich Frauen, die wie Jungen

im Bett sind. Teufel auch.

Neulich hat mich eine gebissen,

und am nächsten Morgen erkannte ich

den kleinen Angestellten,

mit dem ich arbeite, in ihr.

Hey Madeleine

sagte ich zu ihm,

und er winkte mich in die Papierkammer

und sagte mir,

er heiße nur noch Volker

und dass es eine gute Nacht gewesen sei

aber es zwischen uns in dieser

Richtung aus sei.

Ich wollte wissen,

warum er mir keine Chance geben würde.

EINMAL UND IMMER ODER NICHT.

Die Devise ist immer häufiger

zu treffen. Diese flügellose,

lahme, hoffnungslose

Nummer der Alleswisser.

Kontrolle auf den ersten Blick.

Ich schlug die Augen

nieder und hielt die

Hände an die Naht

und wartete auf

die Explosion.

Auf Wiedersehen Vaterland.

Wer verdammt nochmal war Madeleine?

Ich ging wieder zu ihm

und fragte, ob er mich diesen

Namen schon mal davor hatte

sagen hören?

Und wer verflucht war Madeleine?

Es gibt Geheimnisse, die wir

nie ergründen werden, ich nicht,

und er nicht.

Es gibt Dinge, die uns verschlossen

bleiben. Es bleibt ein trauriger Fakt,

dass ich mich nicht erinnern

kann, Madeleine in irgendeiner

Richtung so gesehen zu haben,

wie ich sie mir jetzt vorstelle.

Jesus, diese Beine.

Und die Schenkel. Ich komme

kaum mit dem Blick zu ihrem Mund hoch!

Aber dann bin ich plötzlich in ihren Augen.

Verglühende Sonnenmilch oder

schwarze Kiefern im gelben Horizont

nur einen Meter entfernt.

Sogar ihr Haar ist widerspenstig.

Ich sah sie an

und dachte,

es hat keinen Sinn, Frauen

zu treffen, die man nach

dem Aufstehen nicht wiedererkennt,

obwohl sie einem

nicht verrückter erscheinen

als der Rest der Welt.

 

 

OHHHHHHHHH

Vampirhääääääääände

Glückstaumel

vergiss-meiiiiiin-nicht.

 

Adiossssssssssssssssssssssssssssssssssssssssssss

Du Schelm,

adiossssssssssssssssssssss

ssss

haha!

 

 

 

 

 



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Thu, 14 Jan 2010 19:45:05 +0100 http://www.papyros.org/bp/mit-vampirh%C4nden.html