Papyros http://www.papyros.org Die neusten 15 Veröffentlichungen. de-de Papyros Copyright Gesetz Thu, 04 Dec 2008 00:56:16 +0100 info@papyros.org synästhetische ein-blicke bild-gebender verfahren von ja http://www.papyros.org/ja/syn%E4sthetische-ein%28strich%29blicke-bild%28strich%29gebender-verfahren.1708.html seine
fremden
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wahn-
inszenierte,
-inszenier-
ende
sinn-
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Tue, 02 Dec 2008 22:16:24 +0100 http://www.papyros.org/ja/syn%E4sthetische-ein%28strich%29blicke-bild%28strich%29gebender-verfahren.html
schale von ja http://www.papyros.org/ja/schale.1707.html freie, einsame gestalt
bindungen gelöst
mit hammerschlägen
als sei ungebundenheit die lösung
für deine unfreiheiten

das tauschen der ringe
gegen ketten mahnst du an
deren stärke sei so lang ihr schwächstes glied
solange sie verbunden seien
und? wenn die ketten nicht wie finger sind, wie meine:
befleischt, behäutet, berührend, deine
was?

freiheit in der form
form im guss?
nein: im gießen

es bedarf nicht nur des einsamen metalls
es bedarf des schmieds
und seines schweißes

auch ein ring ist ein gefäß
doch was ist es, das er hält?

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Sun, 30 Nov 2008 12:45:50 +0100 http://www.papyros.org/ja/schale.html
Überarbeitet: Reden so fein von CS http://www.papyros.org/cs/reden-so-fein.1544.html Normal 0 21

Immer und überall
Menschen
Wo man hinsieht
Laut und mit Widerhall
Durchdringende Gestalten
Mit klaren Zielen                                    
Klaren Grenzen
In den kleinen Köpfen abgesteckt
Verdeckt unter vielen
Worten
Teilen sie sich mit

Sie reden so fein
Sie legen dich rein

Keine Chance
Zu entkommen

Reden in Trance
Reden benommen

Zugegeben
Klarer Fall

Reden im Takt
Reden beschwingt

Wir müssen leben
Wie Schweine im Stall

Nie und nirgends
Stille
Wo man hinhört
Keine Zeit für ’n Lenz
Durchdringende Gebärden
Mit klaren Zielen
Klaren Gesten
Hier im kleinen Kreise ausgeheckt
Bin einer von vielen
Und nun teil ich’s euch mit

Ich rede so fein
Ich stell dir kein Bein

Eine Chance
Zu entkommen

Rede in Trance
Rede benommen

Zugegeben
Klarer Fall

Rede im Takt
Rede beschwingt

Ich darf leben
Wie ’n Schwein im Stall

Leben miteinander
Gegenseitige Beeinflussung
Reaktion
Doch Einsamkeit
So dringende Ziele
Klar und offen
Nichts ist versteckt
Wir sind so viele
Wir teilen uns mit

Wir reden so fein
Wir reden’s nicht klein

Eine Chance
Zu entkommen

Reden in Trance
Reden benommen

Zugegeben
Klarer Fall

Reden im Takt
Reden beschwingt

Wir müssen leben
Ganz klarer Fall!

 

Reden so fein weiter

Wir reden so fein
Wir reden nichts klein

Eine Chance
Zu entkommen

Rede in Trance
Rede benommen

Zugegeben
Klarer Fall

Reden im Takt
Reden beschwingt

Wir sollten leben
Ganz klarer Fall!


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Sun, 30 Nov 2008 11:44:40 +0100 http://www.papyros.org/cs/reden-so-fein.html
trocken (nich so wichtich) von ja http://www.papyros.org/ja/trocken-%28nich-so-wichtich%29.1703.html wenn man erstma draußen is, isses schön, sagt Tommi. Die Straße, ob trocken, ob nass, glänzt ein'n an, und die jung'n Leute könn'n doch nüscht dafür. Is doch allet nur Jehabe mitte Presse. Von weg'n keen Fußball uffm Platz. Wen intressierts? Neukölln.
Klettverschlüsse sind im komm'n. Die wiss'n doch ja' nich' mehr, wie 'ne Schleife jeht. Hast doch ooch keene Schnürsenkel.
Als ick mein Praktikum jemacht hab, da hamse ma ausjelacht, weilse Schleifen an Turnschuh'n uncool fanden. Man steckte die Enden einfach rin. Da. So. Aber ditt is schon zehn Jahre her. Bin modisch nich' aufm Laufnden.
Na, Diakon wolltick werden. Aber der Funke sprang nich rüber.
Nee nee, ditt heißt "sprang", mein Lieba, kannste nachschlagen.
Der göttliche. Ach, vajisset. Nich so wichtich.
Gärtner. Mit Abi. Ab'nds nachjeholt.
Tommi heißt eingtlich Horst. Der guckt nie, wohin er tritt. Wohnt in der Thomasstraße. Ick dachte, Du kennst den. Sorry. Nu ratema, wo Jonas wohnt.
Am Körnerpark. Haha. Erwüscht. Tommi, Jonas und Siggi sieht man oft aufm Platz rumhäng'n. Als wär'nse noch Kinda.
Stimmt. Ne Siegfried Straße jibts ooch hier irngdwo. Zufälle jibts. Dann heiß ick ooch noch Hermann. Haha.
Wartema. Da. Rischtung Britz. Anna S-Bahn.
Du, drehste mir ooch eene?
Danke, Du. Echt nett.
Ja, die Kristina. War ne Hübsche. Hat Drog'n jenomm'. Traurich. Dabei isse uffs Gymnasium jegangen. Aber ditt sacht heut nüscht.
Danke, Du, ick fass ditt Zeuch nich' mehr an. So vülle Funken war noch.
Na, göttlicha. Ach, schon jut. Nich so wichtich. Jibst mir Feuer?
Fängt an zu regnen, Du. Ick muss rin. Schuhe anzieh'n. Man sieht sich. Danke, nochma.



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Sat, 15 Nov 2008 16:07:06 +0100 http://www.papyros.org/ja/trocken-%28nich-so-wichtich%29.html
Imitation allegro non troppo von bp http://www.papyros.org/bp/imitation-allegro-non-troppo.1701.html
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Fri, 14 Nov 2008 22:18:31 +0100 http://www.papyros.org/bp/imitation-allegro-non-troppo.html
Thomashöhe von ja http://www.papyros.org/ja/thomash%F6he.1700.html Raus.

Das Schleifen der Kunststoff-Enden meiner Schnürsenkel auf dem Asphalt.

Auf trockenen Straßen klingt es anders als auf nassen. Wäre es nass, würde ich sie natürlich zubinden. Die Schuhe sitzen auch so ganz gut, und ich gehe gleich wieder hoch.

An der Ecke steht ein Fahrrad, das als Werbefläche genutzt wird, für das Antiquariat gegenüber. Hier gibt es wenig Antiquariate, wenig Buchläden. Wenn das Fahrrad fahrtüchtiger aussähe, stünde es nicht mehr dort.

Mir ist zu Ohren gekommen, dass neuerdings nicht nur Jacken von Jugendlichen 'abgezogen' werden, sondern auch Schuhe, vor allem Markenturnschuhe. Meine Schuhe sind neu, und ich habe eine weitverbreitete Schuhgröße. Macht also Sinn, sie gleich offen zu lassen.
Ich  frage mich, ob die jungen Delinquenten sich nach der Schuhgröße erkunden, bevor sie die Schuhbesitzer bedrohen.

Das Bier beim Spätkauf links die Hermannstraße runter steht in defekten Kühlschränken. Es ist nur geringfügig unter Zimmertemperatur gelagert. Der Laden ist neu. Jetzt, im kühlen Herbst, macht das nicht so viel, denkt sich wohl der Besitzer. Bis die Kunden das Zeug trinken, hat es die notwendige Außentemperatur erreicht. Das milde Herbstwetter heute bietet also von daher Grund genug, rechtsrum zu gehen.

Ach, eigentlich habe ich gar keinen Appetit auf Bier. Liebern Milchkaffee im Körnerpark. Also doch die Schnürsenkel zu machen. Das ist weiter.

Vollmond.

In einer an den Körnerpark angrenzenden Grünanlage wurde letztes Jahr die verkohlte Leiche einer jungen Frau in einem verbrannten Koffer gefunden. Hier hingen überall Anschläge der Polizei mit Bitten um Hinweise aus der Bevölkerung. Der Tathergang ist geklärt, aber nicht, wer wirklich die Täter waren. Sie hatte eine Überdosis Drogen genommen, verlor das Bewusstsein, und wurde in den Koffer gezwängt, wahrscheinlich von ihren Dealern. Der Koffer wurde mit Brandbeschleuniger übergossen und angezündet.
Vielleicht hatten sie sie für bereits tot gehalten.

Gymnasiastin war sie, einssiebzig groß und wog nur fünfzig Kilo. Ihren Namen habe ich vergessen. Vierzehn war sie; man hatte sie wegen ihrer Größe zunächst für älter gehalten, bevor sie identifiziert wurde.

In einer Berliner Boulevard-Zeitung wurde das Haus abgebildet, in dem sie mit ihrer Mutter gelebt hatte.

Da vorne ist es.

Komisch, dass ich hier lang gehe; liegt gar nicht auf meinem Weg.

Kristina hieß sie. Kristina. Hani, glaube ich. Kristina Hani.

Vierzehn.

Gut, dass es im Körnerpark auch Bier gibt.

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Thu, 13 Nov 2008 18:58:56 +0100 http://www.papyros.org/ja/thomash%F6he.html
es ist nicht schwer, es ist von bp http://www.papyros.org/bp/es-ist-nicht-schwer%2C-es-ist.1699.html kein martyrium

 

aber wie auch? es ist unser leben, und bitte, wieso auch sollte es ein m. sein?

es wird ein m., wenn wir uns ein x für ein u vormachen,  ja, dann.

ein x für ein u, z.B. "alles muss perfekt sein."

ein x für ein u, z.B.  perfekt ist geil und imperfekt

kann nicht schön sein.

aber echt, ehrlich m....al, was stimmt ist die schönheit des imperfekten.

was stimmt ist, dass die jungen die alten

von der pelle haben wollen,

oder dass die alten sich die jungen auf distanz halten wollen,

oder dass die guten die schlechten nicht gut

und die schlechten die guten nicht gut sehen können

oder dass lehrer und schüler

und muttis und vatis

und töchter und söhne

und alle diese langatmigen generationenfolgen

finden, keiner kriegt luft!

hach, wie überflüssig.

luft ist mehr als genug da.

wie ist das aber auch ein m.m.m.m.m.m.m.m.mhhhhhhhhhhhh

(give a bit of mhhh to me

give a bit of mhhh to you)

m & m's

jeder ist sein martyrium

und früher hieß das ganze auch überhaupt noch smarties.

das leben ist ein smartie.

nein, ist es natürlich auch nicht.

aber all dieses klagen, all dieses leiden,

all dieses analytische wirrwarrr

und verkorkste martyrisieren von

normalen, simplen, klaren vorgängen

des lebens.

seid ihr das niemals satt?

trefft ihr euch nie und redet tacheles?

r/s auft ihr nie zusammen und tauscht euch freundschaftlich aus?

küsst ihr euch nie?

denkt ihr immer nur (banalitäten) ?

puh, wie ermüdend ...

mmhhhhh, smarties!

mhhhh!

das leben ist mhhhh.

das leben ist mhhh.

mhhh.

und viele grüße an franz xaver kroetz.

bp 

 

 

 

 

wenn er es sein will. 

 



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Tue, 11 Nov 2008 23:07:54 +0100 http://www.papyros.org/bp/es-ist-nicht-schwer%2C-es-ist.html
Unbeholfen lachen wir dem Tod entgegen von CS http://www.papyros.org/cs/unbeholfen-lachen-wir-dem-tod-entgegen.1698.html Normal 0 21

Es war schon etwas tragisch, wie der Angestellte des - im Bezug auf Qualität und Lieferzeit - mittelmäßigen Pizzadienstes zu spät kam, um dem Gehängten, der an einem qualvoll schlecht gemachten Knoten baumelte, seine Henkersmahlzeit zu liefern. Und so wurde die Pizza nur eine Mahlzeit für den grässlich lachenden Henker, der für das grausame Werk somit auch noch belohnt werden sollte.
Sind wir nicht alle Angestellte, die sich in eine Schlange einreihen und sich auf diese Weise anstellen?
Es ist eine schwere Prüfung, ein Martyrium.

 

http://www.papyros.org/cs/tankstelle.html



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Sun, 09 Nov 2008 15:10:25 +0100 http://www.papyros.org/cs/unbeholfen-lachen-wir-dem-tod-entgegen.html
Der Tyrann von YX http://www.papyros.org/yx/der-tyrann.1697.html Sie denkt, ich sei ein Bastard
Wahrscheinlich hat sie recht
Ich drücke meine Last hart
In ihren Sturm gerecht
Ich knicke ihre Gräser
Mit dem Faustrecht meiner Gier
Zerbreche ihre Gläser
Und weih die Scherben ihr
Ich werfe sie von Zinnen
Fange sie mit Messern auf
Ich greife in ihr Innen
Und blockiere ihren Lauf
Nur störend ihren Frieden
Finde ich die Ruh’ in mir
Ihren Schmerz hab ich geschrieben
Auf Ruinenwelkpapier
Ihr Anmaß liegt gefaltet
Von mir in grober Zucht
So hab ich sie mir gestaltet
So drängt sie nie zur Flucht
Ihren Schrei hab ich vernommen
Und sie gab ihn mir zum Lohn
Als ich über ihr gekommen
Bin zum Abstieg für den Hohn
Sie geht an meiner Leine
Und ich führe sie herum
Über glühend heiße Steine
Sie erträgt es stolz und stumm
Sie denkt, ich bin ein Bastard
Und wahrscheinlich hat sie recht
Wenn sie mich weinend anstarrt
Dann fühle ich mich schlecht



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Tue, 04 Nov 2008 17:08:05 +0100 http://www.papyros.org/yx/der-tyrann.html
Lebenswille von CS http://www.papyros.org/cs/lebenswille.1696.html Hans (auf dem Weg zu Peter, vor sich hinträumend):
Ich wollte, ich könnte schreiben
Und mir so die Zeit vertreiben.
Ich würd' die Welt poetisieren,
Ein bisschen Wahnsinn ausprobieren.
In all den dunklen Zwischenräumen
Würde ich mit flinker Feder verweilen,
Mir die Gespenster von der Seele dichten,
Ohne dass sie mich vernichten.
Ich würde der Welt ins Auge sehen,
Ruhig und gelassen die Dinge verdrehen -
Ach, ich bin nur was der Paarreim ist,
Im Romantischen ein Faschist.

Peter (auf Hans wartend, legt die Feder beiseite):
Manchmal ist selbst Schreiben Mist.
Doch hilft's, wenn mich der Wahnsinn kettet.
(Hans kommt herein)
Ach Hans, ich bin nur was der Kreuzreim ist,
Verdreht im Sterbebett geheilt, gerettet.

(Schweigen)

Hans:
Ich bin mir sicher, dass es Gespenster sind,
Die einen dazu bewegen,
Aus ganz bestimmten Gründen Zigaretten anzuzünden.

Peter:
Das mag wohl sein,
Gesetzt den Fall, du seist dem Schamanismus verfallen,
So wandelst du sicher in der Toten Hallen.

Hans:
Ich wünschte, du würdest mit mir streifen
In dieser einen Nacht, die Farben invertieren,
Ehe wir die Deutungskraft verlieren.

Peter:
Du sprichst von Deutung wie wahrlich nur Freigeister.
Also streifen durch finsterste Nacht
Und die Farben, die vom Himmel jetzt spärlich gebracht,
Verkehren. Wohlan, auf dass uns des Todes Zwillingsbruder nicht einhole!
Halt - hast du es nicht gehört? Das kratzende Pfeifen?
Was ist's, das mir die Ohren martert?

Hans:
Die Geräusche, die du vernimmst, sind die gleichen wie immer,
Von Gespenstern aber hast du keinen blassen Schimmer!

(Im Wirtshaus)

Peter:
Nun erstmal Prost!
Das schenkt uns beiden nämlich Trost.
Doch merk ich's schon: Dass du es mit den Geistern hast,
Das lässt dir keine Rast.
Und seist du bis zum letzten Lebtag davon gehetzt,
Es ist das widerliche Pfeifen, das mich verletzt.
Ich rauche nun, mich plagt es.
Sprich, ist es das, was du von Geistern sagtest?

Hans:
Mein Freund, ich will mit dir rauchen!
Sag mir, zu was sind unsere Körper zu gebrauchen?
Ich wollt es verlassen, das Idyll aus brennend Teer,
Ach, wenn die Selbstzerstörung nur nicht so verführerisch wär.
Und so kommt es mir vor, als sitzen wir hier seit Jahren
Und jenes holde Mädchen dort hätte ich so gerne gefragt nach Ihrem Namen.

Peter:
Erst erfährt man von dir Geisterliches
Und schon beim ersten Biere sehnst du,
Kaum getrunken, körperhaft.
Das Mädchen hier ist altbekannt, hast du bemerkt,
Dass sie zu jedem zwinkert, doch uns mit kurzen Blicken straft?
So muss ich Vorlieb mit dem Tabak nehmen hier
Und frönen abgeschmacktem Bier.
Das Mädel wird uns Stund um Stund noch hohnen -
Sind's wirklich böse Geister, die uns innewohnen?

Hans:
Leidensbruder, mir scheint bei all dem Rauschen
Vergisst du deine anderen Sinne zu gebrauchen.
Doch du hast Recht, sie lacht und singt zu jedem Lied,
Sag mir Rauscher, warst du jemals schon verliebt?

Peter:
Ja und wenn auch unglücklich zwar,
Schon dutzende von Male.
Das eine nette Mädchen, das da war,
Was wenn auch im Gesicht ein wenig fahle,
Das hatt' ich sehr verehrt,
Nur ist es stets mit anderen verkehrt.
Wie es mich verstörte,
Als ich von seinem unverhofften Tode hörte.
Da starb auch ein großer Teil meiner Seele.
Nun sag es mir aus ehrlicher Kehle,
Hattest du auch Liebesfieber
Oder hältst du's mit dem Rausche lieber?

Hans:
Ich muss gestehen, so manch zünftiger Rausch
Hilft einem im Leben auch!
Doch mit zunehmender Dauer
Baut man sich so manche Mauer
Und mir scheint Du wandelst in des Todes Hallen!
Willst du dich des Lebens entsagen,
Nur weil sie nicht bereit war dich zu tragen?
Wollen wir uns nicht nochmal zusammenreißen
Und all dem eine Chance geben,
Den Farben, der Liebe und dem Leben?

Peter:
Einen wahren Freund, der wahrhaftig du bist,
Den habe ich so lang vermisst!
So fehlt sie dennoch! Ach, sie fehlt!
Ich hab es ja selbst mir verhehlt!
Das Kratzen und das Pfeifen -
Es sind nur erste Zeichen.
Der Rausch mag mich zu Grabe tragen,
Doch ja, ich liebe Farben
Und will es auch noch einmal wagen!
Wollt mich ein Engel retten,
Befreien aus den Ketten,
Für meine Sünden würd' ich büßen
Und ihn mit Kusshand grüßen.
So aber ist's an uns das Ruder zu reißen,
Uns selbst den rechten Weg zu weisen...

Hans:
So lass uns trinken auf die Wirklichkeit,
Wir sind bereit!

(Sie stehen auf und erheben ihre Gläser)

Peter:
Bereit zu leben und alles zu geben,
Neue Muster zu weben.
Abreißen die selbst erbaute Wand -
Aufbruch in ein neues Land.
Mögen Geister fliegen,
Sie aber dürfen niemals siegen.
Vielleicht hat uns das Streifen durch die Nacht,
Das Erhoffte, die invertierten Farben schon gebracht.
Vorbei die Nacht, der ich erlag
Und es kommt der lang ersehnte Tag.


[Ein alter Dialog zwischen sd und CS,
in damals neuer, aufregenderer Version
]



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Sun, 02 Nov 2008 15:50:50 +0100 http://www.papyros.org/cs/lebenswille.html
So wie jeden Dienstag von CS http://www.papyros.org/cs/so-wie-jeden-dienstag.1695.html Normal 0 21

Woche 1:  „Denk an Dienstag!“ – „Was ist am Dienstag?“

                  „Weißt du es nicht?“

 

Woche 2:  „Wie war’s am Dienstag?“ – „Weißt du es nicht?“

                  „Nun sag schon, wie war es?“ – „So wie jeden Dienstag!“

 

Woche 3:  „Also dann bis Dienstag!“ – „War da etwas?“

                  „Weißt du es nicht?“ – „Nun sag schon, was war am Dienstag?“

                  „Komm her, ich flüster’s dir ins Ohr!“

 

Woche 4:  „Wie wär’s mit Dienstag?“ – „Das wäre schlecht!“

                  „Sag, was ist am Dienstag?“ – „Weißt du es nicht?“

                  „Und am Mittwoch?“ – „War da etwas?“

 

Woche 5:  „Du hast den Dienstag vergessen!“ – „Was war am Dienstag?“

                  „Komm her, ich flüster’s dir ins Ohr!“ – „Nun, ich muss schon sagen!“

                  „Weißt du es nicht?“ – „Und am Mittwoch?“

                  „Ich denk dran!“

 

Woche 6:  „So wie jeden Dienstag?“ – „Das wäre gut!“

                  „Und am Mittwoch?" – „Was ist am Mittwoch?“

                  „Nun, ich muss schon sagen!“ – „Komm her, ich flüster’s dir ins Ohr!“

                  „Ich denk dran!“ – „Weißt du es nicht?“

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Sun, 02 Nov 2008 14:53:06 +0100 http://www.papyros.org/cs/so-wie-jeden-dienstag.html
3:45 von CS http://www.papyros.org/cs/3%3A45.1694.html Normal 0 21 „Viertel vor vier.“ Er scheute sich nicht, es mehrfach zu sagen: „Viertel vor vier.“ Man hatte Angst vor ihm, dem Irren. Er wiederholte es ständig: „Viertel vor vier.“ Was, so fragten sich diejenigen, die das hörten, war denn um viertel vor vier geschehen? Die erstmaligen Hörer fragten sich, was um viertel vor vier wohl sein würde. Einige fragten ihn direkt: „Was denn, viertel vor vier?“ Er antwortete nur: „Viertel vor vier.“

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Sun, 02 Nov 2008 14:44:57 +0100 http://www.papyros.org/cs/3%3A45.html
Ballade über die wahre Großzügigkeit von bp http://www.papyros.org/bp/ballade-%FCber-die-wahre-gro%28sz%29z%FCgigkeit.1693.html Normal 0 21 MicrosoftInternetExplorer4


 

Aus der Phiole meiner Lebenskraft

floß mancher Trunk und mancher Mut

mir zu des Himmels Blau dazu,

ich schlug die Augen auf

und wußte bald zu gut,

es ist um Engel hier nicht gut bestellt.

 

            Und das war mein Konzept von dieser Welt,

            wenn nichts zu trinken da ist,

            trink dich selbst.

 

In manchen Stunden aber war ich leer,

aufs Blut gesaugt von einer Nachbarschaft,

die sich ihr Leben trefflich eingerichtet hat.

wie eine Küchenschabe auf dem Weg zum Bier.

Ich hielt mir Blüten

höher als das Geld.

 

            Und das war mein Konzept von dieser Welt,

            wenn nichts zu trinken da ist,

            trink dich selbst.

 

Dann fand ich eines Nachts den Freund,

der durch erloschene Leuchter Ausschau hielt,

ob auch die Sterne ohne Himmel wär’n?

Auf seinen Tränen aber lag die weiße Gischt

wie Silbervögel, die vom Monde aus

ein langer Flug in ihrer Mitte hält.

 

            Und das war mein Konzept von dieser Welt,

            wenn nichts zu trinken da ist,

            trink dich selbst.

 



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Sun, 02 Nov 2008 11:56:25 +0100 http://www.papyros.org/bp/ballade-%FCber-die-wahre-gro%28sz%29z%FCgigkeit.html
Alles ist so anders von ml http://www.papyros.org/ml/alles-ist-so-anders.1692.html Schwingungen aus alten Zeiten

 Mag ich nicht

1. bin ich ich ?

2. bin ich meine Vergangenheit??

3. wo ist meine Vergangenheit hin???

ich will wieder frei sein, denken und schaffen

produzieren, lieben und hassen

und dann 

seh ich 

alles ist so anders



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Sat, 01 Nov 2008 23:19:31 +0100 http://www.papyros.org/ml/alles-ist-so-anders.html
Gewaltbewegungen am Himmel von bp http://www.papyros.org/bp/gewaltbewegungen-am-himmel.1691.html Normal 0 21 MicrosoftInternetExplorer4

Ich stand da, mitten auf der Straße.

Keine Ahnung, wie das Wetter war. Grau eher.

Aber mir kam es vor wie ein weißer, ein purer,

ein strahlender Himmel. Na ja, sagen wir halt,

so eine Art kosmisches Nirvana. Oh ja, es ging

mir verflucht gut.Verflucht! Und ich hatte nur

eine einzige Frage: Steckte ich wirklich nicht

mehr tief drin und war wieder frei?

 

Als ich ihr begegnet war, hatte ein einziger

Blick gereicht. Einer dieser großartigen

Blicke. Ihr versteht es oder nicht, aber

wenn euch irgendeine einmal so anguckt,

dann geht es durch Mark und Bein, und für

einen Moment wisst ihr, wofür sich das alles lohnt.

Und so war dieser eine Blick gewesen.

 

Doch kam er später nie wieder. Stattdessen

schrie sie mich an, wenn ich davon anfing:

„Hört auf mit diesem verfluchten Blick! Ich

weiß nicht, was du da gesehen haben willst!

Aber, verflucht noch mal, hör endlich auf damit!“

Verflucht, noch mal, ja! Denn ich hatte sie so gesehen

und sie war in diesem Moment schön wie ein Engel.

 

Und an diesem Abend hatte ich es endlich begriffen!

Sie WAR ein Engel, und sie hatte mir diesen Blick

wirklich nie zugeworfen. Sie hatte nur ZUFÄLLIG

vergessen, mir das vorzuspielen, was sie sonst jeden Tag

allen anderen immer VORSPIELTE. Sie war einfach

kurz sichtbar geworden. Glücklicher konnte ich nie wieder

werden. Und niemals verlassener. Ihre Lippen,

ihr Gesicht, sie schmolzen vor meinen Augen dahin,

verschwanden in der Unendlichkeit der Welt,

verschwanden. Und ich blieb zurück.

 

Aber es ist wahr, Flügel, Antlitz der Engel, das alles sind

Anblicke, die für den Menschen nicht immer leicht zu

ertragen sind. Manche von uns rennen sogar schreiend weg.

Entweder man sieht sich, oder man bleibt sich verborgen.

So einfach ist das Urteil der ganzen Geschichte.

Und sie blieb mir von nun an verborgen.

Und ich  hörte auf, den Blick je wieder zu erwähnen.

 

Lange dachte ich, dieses kurze Erkennen könnte jederzeit

wieder geschehen. Aber dann merkte ich, ich sollte aufhören,

darauf zu warten, aufhören, es mir zu wünschen.

Und so beendete ich es. Ich nahm sie wieder wahr,

wie sie selbst sich sah. Ich malte kein Bild mehr dazu

oder legte eines darüber. Mein Herz war jetzt weit und offen.

Ein Strom.

 

Als ich das letzte Mal ging, schenkte ich ihr ein Buch.

Es waren lauter Fotos von steinernen Engeln darin.

Man muss die Engel immer freilassen,

verflucht, auch das ist mehr als wahr.

 

Und da stand ich wieder, 44, alleine auf der Straße.

Der Himmel war grau, aber ich hatte ein gutes Gefühl im Hintern.

Ich ging los und jeder Schritt zählte.

Ich wusste nicht, wie lange ich bei den Engeln war.

 

Ich wusste nur, ich war keinen Moment unglücklich bei ihnen. Das Geheimnis

der Liebe ist, du musst alles hinterfragen, alles, bis zur letzen Sekunde.

Und wenn dahinter das Leben wartet, dann frag nichts mehr.

 

Die Zeit ging ins Land. Von irgendwoher läuteten die Glocken.

Freitag Abend. Über mir in einer Wohnung tobt ein Kind.

Ich denke jetzt wieder stiller. Wisst ihr, was das Ding ist?

Dieser eine Blick in den Engel hatte mir eine Frau gezeigt,

eine einmalige, ganz unbeschreibliche Frau. Und ich wusste,

dass ich so eine niemals wieder zu Gesicht bekommen würde.

Ich liebte sie auf der Stelle. Im Augenblick und ewig.

Es gibt Frauen, die das in mir  auszulösen vermögen. Sehr selten.

Sehr wenige. Aber sie tat es. Und das Geheimnis ist: Ich starb

für sie einen Tod. Denn ohne diesen Tod hätte ich nicht

weiterleben können. Ich verbrannte an ihr. Ich wurde zu Asche.

Und dann stand ich wieder auf und ging zu der Frau, die ich

geheiratet hatte.

 

Ich sah  sie an. Und ich wusste,

sie würde mich erkennen. Und das tat sie. Sie breitete ihre sehr blauen,

sehr weiten Schwingen aus, und dann kam sie zu mir.

 

Ich weiß, ich bin von Engeln umgeben. Ich lebe mit ihnen.

Ich liebe sie. Sie machen sich sichtbar. Sie vergessen sich selbst

und schweben vorbei. Ich erkenne sie und ich spüre dabei in mir

dass es ein Licht gibt.

 

Es ist schön, wieder hier zu sein.

Ich stehe auf der Straße und tanze.

Die Autofahrer weichen mir aus.

Sie tippen sich an die Stirn.

Sie hupen. Ein paar brüllen.

 

Wenn du einem Wesen, dem du zugetan bist,

sagen kannst: ich liebe dich für deine Taten

und sagen kannst: ich liebe dein Sein

und fühlen kannst: ich bin bei mir,

und fühlst: so sehr ich dich liebe, ich kann bei mir bleiben

und versprechen kannst: du kannst diese Liebe nehmen, wo du

sie brauchst,

dann lebt ein Gott in dir und murmelt mit Planeten.

 

 



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Sat, 01 Nov 2008 19:41:48 +0100 http://www.papyros.org/bp/gewaltbewegungen-am-himmel.html