Veröffentlichung von CS vom 23.02.2009 in der Rubrik Sehnsucht.
Letzte Änderung am 29.01.2011.
| |
Warts ab! Einsam zählten sie schon seit langer Zeit die Stunden. Nicht mal die Minuten oder gar die Sekunden. Es war klar, man konnte nichts machen, es blieb ein einziges Warten. Sie waren unfähig, ein Gespräch anzufangen. Sie befanden sich schließlich an verschiedenen Orten – doch das sollte nicht der Grund sein. Es lagen zwar nicht Meere oder Länder zwischen ihnen, und trotzdem sollten sie nicht zueinander finden, wenngleich sie sich doch wenigstens kannten. Noch mehr aber kannten sie ihr elendiges Warten und Uhr-Anstarren, das Stundenzählen. Irgendwo in ihren Zimmern, da wo sie eben saßen und Lebenszeit verstreichen ließen, da gab es auch ein Telefon. Kontakt aufnehmen, so hatten sie gemeinsame Meinung, wäre sinnlos, wenn auch manchmal wünschenswert. Ab und zu hielt der Wunsch sogar derlang an, dass die Hand zum Telefon ging und sie es fast berührte, doch zeitgleich kam die unsichtbare Hand des Wartens und legte die wagende Hand wieder brav in den Schoß zurück. Wäre die Lebenszeit von einem dieser hier Beschriebenen verstrichen ins Endgültige, hätte man es dann gewusst und gäbe es dann weiterhin etwas zum Darauf-warten?
|
| |
Hat Ihnen dieser Titel gefallen?
Ja oder
Nein