Schrei in der Nacht
Krankheit sickert durch meine Adern. Verhaltenes Lächeln. Schatten in der Nacht. Abholzung. Karges Seelenland. Ich bin mir selber unbekannt. Trockene Tränen. Ein Lufthauch. Gewaltsames Denken. Kühle. Düfte verrauchten. Ein goldenes Reich versank in einer stinkenden Flut. Mein eigenes Vermächtnis, mir ungewollt. Wütendes Aufblicken und immer wieder die, mir selbst eingeredete, ja eingeschriene, Hoffnung. Halt’ mich fest! Ganz fest. Ungehörter Todesschrei. Verrottender Kadaver geistiger Flucht. Dann wieder ein Aufblitzen der alten Gefühlswelt, vage, viel zu vage. Demütiges Lächeln. Schrei in der Nacht. |
Das episodenhafte Erwachen / Wachliegen spricht mich an. Persönliche Bilder um die 17 und wieder um die 30 und wieder um die Mitte 40 werden wachgerufen. Der Blick auf sich, auf das selbstverständlich optimistisch / unverletzlich / gewesen sein. Mit dem Verlieren der Jugend ist das nur ungenügend beschrieben. Eher mit der Abnutzung in der Gesellschaft. Oder doch nur das Alter? Oder sich zu verbrauchen (mittels was?) Die Sehnsucht nach Kraft oder nach eigener Göttlichkeit. Das flackert so in mir auf.
Ich find's erstaunlich, dass manche Texte eine solch reflektierende Stufe erreichen im Kontakt mit Lesern, die gewogen sind. So werden sie manchmal dermaßen gut kommentiert, dass man den Eindruck bekommt, es handele sich um ein Konzept im Spiel Text-Kommentar.
Danke für diesen schönen Kommentar!
Ein Leben, welches sich in diesen Worten spiegelt/ bekannte Bilder ziehen vor dem geistigen Auge vorbei/ rote Fäden, die sich durch das eigene Leben ziehen/ nichts ist wirklich unbekannt/...
Das sollte schon aussagekräftig genug sein.
Dieser Text ist mein absoluter Favorit unter deinen Texten.
Damit sprichst du genau das aus, woran meine Gedanken hängen...
lg