Im ParkIch saß im Park. Die Luft war warm und schwer. Es gingen Menschen umher, die so fröhlich waren, wie die Farben der Wiese, der Blumen und der Bäume, die nun endlich prall ihre Blätter trugen und wieder das Leben in sich aufsaugten.
Ich hörte Musik. Und die Bewegungen der Menschen im Park passten zur Melodie und zum Rhythmus der Lieder, die kamen. Alles lief filmhaft ab; bedächtig und von der Sonne betäubt spielte sich eine süße Szenerie vor meinen müden aber doch heiteren Augen ab. Manchmal hörte ich das Lachen eines Kindes oder das Klappern eines alten Fahrrades. Die Bank, auf der ich Platz genommen hatte, war äußerst gut geeignet zum Beobachten des nachmittäglichen Treibens hier in der Stadt. Der Text der Lieder war mir wohl bekannt. So handelte der eine von der großen Liebe, der andere von Traurigkeit der Einsamkeit, von Weltschmerz, ein dritter von Hoffnung. Ich konzentrierte mich nun immermehr darauf, Hören und Sehen verschmelzen zu lassen, da erschrak ich darüber, wie gut mir das gelang. Ich saß in einem Gefängnis. Den Brei, den meine Ohren zum Fraß bekamen, spie ich auf die Wärter im Park, in dem die finstere Sonne bitter dröhnte. Gleißend lachte ein irres Kind. Das Feuer einer uralten Wut, eines schwarzen Hasses, flammte in meinen Augen auf. Ich bin ein kleines Kind, kraftlos und krank. |
es ist schon erstaunlich was musik in uns für stimmungen auslösen kann. schön ist, das man es einigermaßen steuern kann.
Das stimmt schon: Musik kann zu starken Stimmungswechseln beitragen. Doch ist die Musik in diesem Text eher ein Mittel, um eine plötzliche Änderung in der Wahrnehmung der erst "süßen Szenerie" zu verdeutlichen. Die Steuerung der Wahrnehmung und Emotionen gelingt hier offensichtlich (und hoffentlich ausnahmsweise)garnicht mehr.