FerienWild tosende Musik herrschte einst in diesem Zimmer, doch dann kehrte atemlose Stille ein, die einem in nochmals verstärkter Weise die Besinnung zu rauben suchte. Ein Besucher würde ihn nicht verstehen, wenn er denken würde und nicht fühlen, den Schmerz. Den Schmerz fiepsender Ohren in dieser Stille nach dem Toben.
Doch zunächst: Wir kommen aus der Mittelklasse, gehen in eine obere Klasse einer unterklassigen Schule. So war es letztlich und soviel sollte man wissen als Besucher dieses Zimmers, in dem es jetzt ruhig zu sein scheint. Doch wird je ein Besucher kommen? Und würde er dann verstehen? Würde er die Stille hören oder gar noch die verklungene Musik? Nein, einem Besucher nimmt es sicher nicht die Besinnung. Ein klarer Gedanke fühlt keinen Schmerz. Dann öffnet sich die Tür im letzten Moment. Langsam und nur einen Spalt weit. Der Spalt gibt spärlich nur Einblick in das Zimmer. Die Musik, die man eben noch selbst von draußen hätte vernehmen können – sie ist tot. Die Stille fasst als erstes durch den Spalt und zerrt den Besucher herein. Nun steht er in der Mitte des Zimmers. Und die Erwartung lässt sich nicht ganz bestätigen, läuft doch an seiner Wange eine Träne herab. Eine Umarmung - und nun erklingt auch wieder Musik, doch diesmal zart und lieblich. |
ich verstehe ein bisschen, dass das hier bisher unkommentiert ist. Der Text stellt Anforderungen ans Lesen. Weite Strecken müssen im Gedächtnis haften bleiben. Die Mühe lohnt aber.
Du hast es mit Orten: Zimmer, Häuser, Straßen, Park auch Züge; eher wenig Menschen Und dann taucht Musik oft auf. Aber als Wirkung, nicht als Klang.
Gedachtes kontra Gefühltes.
Geteilter Schmerz.
Besonnener Wohlklang.
ich mag's
Danke, sa!
Ist der Text wirklich so schwer zu lesen?
Zum zweiten: Irgendwo muss es ja stattfinden. Das erleichtert meiner Meinung nach die Vorstellung des Beschriebenen.
Und zur Musik: Die ist sehr häufig in meinen Texten anzutreffen, das gebe ich offen zu. Finde Musik nunmal sehr wirkungsvoll, um chiffriert verschiedenste Gefühls- und Gedankenwelten in Szene zu setzen, ohne alles sagen zu müssen und ohne alles zu verraten. Man hat noch Platz für die eigene Vorstellung.