Ein besonderer Bericht vom DachbodenHeute Nachmittag ging ich auf den Dachboden unseres Hauses, eines Mietshauses. Ich stieg die knarzenden, schon stark verstaubten Holztreppenstufen hinauf; auf einer fiel mir ein Astloch auf. Oben angekommen kramte ich in unserem Abteil, es ist ja ein Mietshaus, also ist der Dachboden unterteilt. Nach einiger Zeit fand ich eine Spielzeugpistole. Zum Spaß hielt ich sie mir an den Kopf und drückte ab.
Ich starb. Es war keine Spielzeugpistole und es befand sich eine Kugel im entsicherten Lauf. Pech. Doch wie kann ich davon berichten? Ganz einfach: Ich bin wiederauferstanden, nach ungefähr fünf Minuten. Ich stieg die knarzenden, schon stark verstaubten Holztreppenstufen hinab; auf einer fiel mir wieder dieses Astloch auf. Unten angekommen holte ich Putzzeug und wischte die Sauerei oben wieder auf. Danach machte ich mich daran, diese religiöse Erfahrung sofort eigenhändig aufzuschreiben und voilà, hier ist der vielleicht etwas kurz geratene Bericht einer echten Wiederauferstehung! |
Für Meike,
die von all meinen Texten, diesen, glaube ich, am meisten mag. Hoffentlich guckt sie mal auf die von mir empfohlene Papyros-Seite...
mir fehlt da der pfiff. da wird von einem astloch erzählt - aber das astloch spielt garkeine rolle in dem text. wie wirkt der hausflour auf dich? wie der keller? mir doch egal, das er unterteilt ist, mir egal, das es ein mietshaus ist.
ja ich weiß, harte kritik ... muss auch mal sein.
Natürlich spielt das bescheuerte Astloch nicht die geringste Rolle. Sehr genau beobachtet. Es könnte höchstens den starken Begriff "Wiederauferstehung" kontrastieren. Ich finde den Text auf seine beknackte Art aber sympathisch, gar gelungen.
Mir gefällt der Text gut. Schön drastisch - klar und mit einer schönen Portion Realität.
In jedem Satz erwartet man die zu erwartende Wendung, dass sie aus bleibt ist super.
Wer ist Meike?
Danke dir.
Aber die mittleren Sätze? Ist das keine Wendung?
Meike (hihi,höhö) ist einfach eine gute Freundin, die mit Begeisterung(!) meine Texte liest. Wie gesagt, hoffentlich schaut sie mal vorbei und kommentiert wild drauf los.
erst putzen, dann predigen. Im Oberstübchen muss es ordentlich zugehen. (Hättste vorher mal drauf geachtet, was da so rumliegt im Abteil...)
Ein Mietshaus, weil wir ja alle nur zur Untermiete wohnen, denke ich. ("Nothing I have is truly mine")
Hier bildet der Tod den Mittelpunkt des Textes, um den sich alles zu drehen scheint. Der Blick bleibt am Astloch hängen. Vorher wie nachher. Es ändert sich nichts, außer dass gewischt und ein Text geschrieben wurde. Eine "religiöse" Erfahrung?
Aber darauf will es wohl hinaus.
ich finde die idee ganz witzig, wirkt alles wunderschoen banal. aber rein vom lesefluss gingen mir so einige formulierungen auf die nerven, die auf mich schlicht merkwuerdig wirken (dachbodenunterteilung, kugel im entsicherten lauf..)
mit der geschichte ist alles in ordnung, auch mit dem astloch, einzig diese beschreibungen, die wirken, als versuchte man mit naivster sprache einem kind komplizierte zuammenhaenge zu vermitteln, stoeren mich.