Das wilde GärtchenAls ich neu in diese Stadt kam, so teilte man mir schnell mit, am schönsten sei die Zeit in einem kleinen verwilderten Gärtchen unweit einer alten Mühle am Stadtrand auszuhalten. Hier gäbe es, trotz der geringen Fläche, stets ein neues Fleckchen zu entdecken und Pflänzchen zu sehen, die ich in derartiger Prachtfülle sicher noch nicht kennen würde. Schon lange sei dieser Ort kein Geheimtipp mehr, doch würden die zahlreichen Besucher des Gärtchens sich dort wunderbar verteilen, jeder könne dort in Ruhe Kraft tanken. Begründet durch diese guten Eigenschaften, sei es geradezu Pflicht für Neuankömmlinge in dieser Stadt das Gärtchen aufzusuchen.
Meine kleine Wohnung an der Hauptstraße, die ich frisch bezogen hatte, war in der Tat sehr umlärmt, in einer Weise wie ich es von meinem Heimatort nicht gewohnt war. Trotzdem wollte ich, war ich doch gerade erst angekommen, den wilden Garten nicht besuchen. Zu sehr war ich beschäftigt in der neuen Stadt Fuß zu fassen. Auch bot die Stadt sehr viele Reize gleich im Zentrum und ich war mir nicht sicher, ob es den zeitlichen Aufwand lohnen würde an den Stadtrand zu gelangen, nur um dort einen, wie ich es mir vorstellte, ungepflegten Fleck Land zu sehen. Sehr viel hatte ich mit meiner neuen Arbeit hier zu tun, somit hatte ich wenig Zeit solchen Vorschlägen nachzugehen wie den Besuch des Gärtchens. Nach einiger Zeit fühlte ich mich recht wohl in der neuen Stadt und das Gärtchen war so gut wie vergessen oder wenigstens sehr unwichtig für mich geworden. Im Hochsommer des ersten Jahres wäre ich fast zur Mühle am Stadtrand gefahren um das wilde Gärtchen zu betreten, doch das war der letzte ernstgemeinte Gedanke, den ich an das Gärtchen verschwendete. So kam hinzu, dass ich schon im Herbst eine neue Wohnung bezog, die sich nochmals weiter weg von der Mühle befand. Heute lebe ich schon Jahrzehnte in dieser Stadt, habe das Gärtchen aber zu keiner Zeit besucht. Ich weiß auch garnicht, ob es die Mühle und das Gärtchen überhaupt noch gibt. Ob ich den unterlassenen Besuch bereue? Ja, denn ich habe meine Möglichkeiten nicht genutzt. |
Britzer Mühle? Wahrscheinlich is' ditt Järtchen nich' mehr wild, wa?
Wie so oft (ist wohl "mein Ding") [Langweiler!] finde ich den letzten Satz störend, da zu deutlich. Vielleicht mit der Frage zusammenzurren, dafür ohne Antwort?
Aber von vorne:
(Ich lehne mich hier mal ganz weit heraus und spiele Co-Autor.)
Den ersten Satz würde ich umstrukturieren. [Ja, raus damit; keine Schonung!] Da gibt es zwei Möglichkeiten:
1."Als ich neu in diese Stadt kam, teilte man mir schnell mit, ..." (ohne "so")
2." 'Am schönsten ist die Zeit auszuhalten,' so teilte man mir mit, als ich neu in diese Stadt kam, 'in einem kleinen..."(einführend direkte Rede, aber natürlich weiter in indirekter Rede mit ordentlich konjunktiv, wie gehabt) [Bloß kein Lob! Bäh!]
Naja, vielleicht gibt es mehr als zwei Möglichkeiten... [Jahahaa!]
3. "Man merkte: Ich war neu in der Stadt, so teilte man mir schnell mit..." [Warum ist es nicht auf dem Land geblieben?]
Verstehst Du, was ich meine?
Zweiter Satz: "Dort" statt "hier", aber vor allem: Konjunktiv 1 reicht ("gebe" statt "gäbe").
Im weiteren nicht mehr jeder Satz. [Doch. Doch! Zerfetz das kleine Dichterseelchen!] Kommata fehlen hier und da...;
"ungepflegtes Fleckchen Land" fände ich passender, dafür vielleicht auf ein oder zwei "Gärtchen" verzichten; oder gerade umgekehrt: "Landfleck", weil es am Anfang schon ein "neues Fleckchen" gibt; [Ja, bring es durcheinander! Verwirrung! Chaos!]
"recht wohl in der Stadt" (ohne "neu" hier - jetzt sind die Lesenden im Bilde)
[Was ist mit den Kommata?]
Die Kommata habe ich schon erwähnt, oder?
Ich bin besonders mäklich, wenn mir etwas gefällt. Das will ich noch mal versichern. [Weichei!] (23 bildet da eine Ausnahme - bitte nicht nachlesen! - ist da eher inhaltlich).[???]
Bitte gib bescheid, ob so etwas hier eine Hilfe ist, oder nicht. Es fällt mir schwer, einzuschätzen, was ich mir -hier bei papyros- erlauben darf und was zu weit geht, mal ganz davon abgesehen, dass jede/r Autor/in andere Empfindsamkeiten hat... [Alles Weicheier!](Ich zeige z.B. meinen Kram auch anderswo, [Gelogen!] da hebt es mich nicht aus den Socken, wenn hier unerwartete Kritik kommt. Oder "würde" es nicht: hier werde ich eher zu viel gelobt [Gelogen!] und ich würde mir mehr Unterstützung wünschen.)
Mir ist bewusst, dass mir Intentionen eines Autors entgehen können. [Mir aber nicht! Jetzt lass mich mal...] Meinen Rat zu ignorieren ist auch okay. Wenn ich mich aber aus falscher [allerdings] Rücksicht zurückhalte, kann ich meine Erfahrung nicht weitergeben, [kann nicht unendliche Überlegenheit demonstrieren] und kann eben auch nicht von anderen profitieren. Ich will auch Texte ernstnehmen, die auf den ersten Blick unausgegoren erscheinen. (oder "pubertär" habe ich irgendwo gelesen; Teenager sind doch auch Menschen)[Kotz! Kotz! Kotz!](was auf diesen eh nicht zutrifft - und ich weiß auch nicht, warum ich mich hier so auslasse)
Naja, bin halt gespalten, irgendwie. [Schwach bist du, schwach!]
Manfred [So heißt du doch gar nicht!]
[Mirco][hehe]
[Klara][HAHAHAA]
{also, mir fiele dazu auch noch etwas ein}
super text! da sich mein vorkommentator schon ausführlich mit deinem text beschäftigt hat (was ich überings sehr wünschens- und lobenswert finde) möchte ich nicht mehr viel sagen.
nur 1. wünsche ich mir am anfang "unweit d e r alten Mühle", dass klingt bestimmter und sicherer - wie der restliche text.
die kommata stören mich nicht, wer kümmert sich um kleine strichen an der unteren kante?
nur der letzte satz, und da stelle ich mich voll und ganz hinter sa - zu direkt, zu klar. beim lesen wird einem wunderbar klar worum es geht.
wenn es mir am ende nochmal vorgekaut wird verliert es für mich den reiz.
danke für diesen tollen text!
Hey, ich bin neu hier!
Und was geht hier jetzt ab?
Also, ich freue mich ja über Kommentare zu meinen, äh, Texten...
Aber mit so viel Zuwendung hätte ich nicht nach erst zwei Wochen gerechnet! Gut! Sehr gut! Das nennt man wohl "ins kalte Wasser springen".
sa: Nein, nicht Berlin sondern irgendwo, keine Ahnung wo. Das mit "gibt, geben, gäbe" - keine Ahnung, was da richtig ist. Hört sich bei mir sowieso gleich an. Zeichensetzung: Da bin ich ebenfalls schwach, zugegeben. Sollte mich beschränken auf Sachen wie:
Ich saß im Haus. Draußen regnete es. Dann ging ich spazieren. Ich wurde nass. Ich kehrte zurück. Nachdem ich meine nassen Kleider ausgezogen hatte - draußen hatte es derweil augehört zu regnen und die Sonne traute sich wieder hervor - zündete ich mir eine der Zigaretten an, die ich während meines Spazierganges [hups, schon wieder in nicht-telegrafischen Satzbau übergegangen]
Den Rest Deines Kommentars muss ich mir mal in Ruhe durchlesen. Sonst krieg ich gleich wieder was auf die Mütze (muss mich erstmal beraten lassen).
dp: Danke für Deinen Kommentar. Der letzte Satz ist natürlich Quark. Vielleicht nehme ich den auch wieder raus.
Nochmal an sa: Pubertär? Fühle mich jung geblieben. Das ist alles.
Ich hoffe, mein [unser!!] Kommentar hat Dich nicht erschlagen. Das ist dann so ein Rausch...
"pubertär" kam wirklich aus dem Kommentar zu einem anderen Text, taucht als Begriff aber recht häufig auf.
Bin übrigens gemeinhin sanftmütig: Beratung nicht nötig. Mein Eckige-Klammern-Alter-Ego ist besänftigt. [gollum-gollum]
Manfred