Das Traumbild eines Gottes...ist das Gottesbild eines Traums Die Nacht lang geschlafen, so dichten wir am Tage. Doch was soll es heißen – dichten? Heißt es, den Traum als Quelle zu betrachten und den Tag, der ihr entspringt, mit Wort und Satz, zur Nacht zu machen? |
gefällt mir sehr;
Gott/ ein Gott wirkt. So sehe ich das. Und in Träumen und durch Träume vielleicht mehr als anderswo oder auf andere Art. Deswegen ist es so müßig, die "Existenz" göttlicher Wesen zu kontemplieren (sorry, Anglizismus). Ihr Wirken ist unbestreitbar.
Nietzsche:
"Der Traum und die Verantwortlichkeit. – In allem wollt ihr verantwortlich sein! Nur nicht für eure Träume! Welche elende Schwächlichkeit welcher Mangel an folgerichtigem Mute! Nichts ist mehr euer Eigen als eure Träume! Nichts mehr euer Werk! Stoff, Form, Dauer, Schauspieler, Zuschauer – in diesen Komödien seid ihr alles ihr selber! Und hier gerade scheut und schämt ihr euch vor euch, und schon Ödipus, der weise Ödipus, wußte sich Trost aus dem Gedanken zu schöpfen, daß wir nichts für das können, was wir träumen! Ich schließe daraus: daß die große Mehrzahl der Menschen sich abscheulicher Träume bewußt sein muß. Wäre es anders: wie sehr würde man seine nächtliche Dichterei für den Hochmut des Menschen ausgebeutet haben! – Muß ich hinzufügen, daß der weise Ödipus recht hatte, daß wir wirklich nicht für unsere Träume – aber ebensowenig für unser Wachen verantwortlich sind, und daß die Lehre von der Freiheit des Willens im Stolz und Machtgefühl des Menschen ihren Vater und ihre Mutter hat? Ich sage dies vielleicht zu oft: aber wenigstens wird es dadurch noch nicht zum Irrtum." (Morgenröte, Nr. 128)
Vielen Dank!
Schön, dass Dir der Text so sehr gefällt und Du gleich Nietzsche zitierst.
Da ich schon irgendwie ahnte, dass das Thema (Traum-Gott) bestimmt schon von großen Denkern bearbeitet wurde - weswegen es im Übrigen so schwer fällt, wirklich noch etwas Neues zu finden, dessen man sich mit Tinte und Feder widmen kann; abgesehen vielleicht von Persönlichem/Autobiografischem (und oft nichtmal das ist wirklich eigen!) - also weil ich das schon ahnte, hab ich den Text vorsichtshalber platt und ironisch gehalten, jedoch ohne die Absicht das Thema ins Lächerliche zu ziehen.
Ich bemerke außerdem: Ich sollte viel mehr von diesem sogenannten Nietzsche lesen!